Dienstag, 9. Juni 2015

Ach Herrje

Wie die Zeit doch rennt. Ihr glaubt nicht, wie oft ich schon angefangen habe zu posten und unterbrochen wurde. Jetzt nutze ich die Gunst der Stunde. Schatz ist mit den Kindern spazieren und ich habe sturmfrei. Das erste mal seit einer Ewigkeit eine Stunde nur für mich. Seltsam, wenn die Wohnung so ruhig ist.

Sagt euch das Wort "Wachstumsschub" etwas? Also wir stecken mitten drinnen. Ich halte normalerweise nicht viel von diesen ganzen Erziehungsratgebern. Aber das Buch "oje, ich wachse" hat mich doch fasziniert. Ich stehe ja bekanntlich auf solch einen Psychokram... Buhu, ich tanz' ums Feuer und beschwöre den Fruchtbarkeitsgeist... Jahaaaa, so ist das. In diesem Buch wird jedenfalls beschrieben, wie meine Kinder in mehreren Wachstumsphasen, sogenannten Sprüngen, ihre mentale Entwicklung erleben. Das hört sich alles ziemlich logisch an und ich kann euch bestätigen, die Bähphasen passen zeitlich total da rein.

Momentan stehen wir gerade die schwierige Phase rund um die 19. Woche aus. Ja Kinder, zum Glück habe ich das Buch gelesen. Jetzt weiß ich, ihr macht das nicht absichtlich. Ihr weckt mich nicht jede Stunde in der Nacht zum Spaß. Ihr geht nicht nahtlos von quitschfidel und juchzend zu todtraurig und schluchzend über, nur um mich ratlos zu machen. Ihr wollt nicht mehr nur im Kinderknast liegen, ihr wollt die Welt entdecken. Laut Buch geht diese Phase (ja, ich weiß, sind ja alles nur Phasen) ca. 5 Wochen lang. Jo...zwei haben wir schon geschafft. Und ich bin immer NOCH ganz locker obwohl diese Phase grad echt anstrengend ist. Als Erstmama ist man doch manchmal ratlos und fragt sich, ob man das, was man da so macht, auch richtig macht. Die Kinder sagen das einem leider nicht. Mein Mann behauptet immer, die Kinder wollen noch nicht reden, weil ihnen die Zähne fehlen und sie deshalb lispeln würden. Also sagen sie vorerst einfach nichts, weil`s ihnen peinlich ist. Klingt auch logisch, oder?

Ich habe feststellen müssen, dass man ein gesundes Selbstvertrauen braucht, um Entscheidungen als Mama zu treffen. Ständig bekommt man unaufgefordert kluge Ratschläge. Von Fremden, von Kollegen, von der Familie. Einfach so. "Was du stillst voll? Gib doch abends einen Brei.". "Du trägst dein Kind im Tuch? Willst du das machen, bis sie in die Schule gehen?". "Warum nimmst du sie jetzt hoch? Du verwöhnst sie noch!". Und der beste: "Was, sie schlafen noch nicht durch?" Aaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh Leute, ihr könnt mich mal.

Im Einzelnen:

Ja, ich stille. Ich stille voll. Es gibt keine Ergänzungsnahrung mehr. Unsere Kinder sind immer noch schlank. Aber fit, gesund und hellwach. Die kriegen genug. Das hat auch der Arzt bei der U-Untersuchung mir bestätigt. Ich war auch so eine Dünne und mein Mann als Kind auch. Uns sieht man das nicht mehr an. Es gibt auch keinen Tee. Ich möchte nicht den Magen mit Tee vollpumpen. Der hat keine Kalorien. Muttermilch ersetzt Essen und Trinken. Genauso wenig möchte ich abends einen Brei geben. Mitten im Schub ist es auch nicht gewährleistet, dass sie nachts besser schlafen, wenn es einen Brei gab. Es ist wohl rund um die 19. Woche gut möglich, dass die Kinder bedingt durch das Wachstum auch mal mehr Hunger haben. Das geht dann eben zwei oder drei Tage, bis die Brust mit Milch hinterher kommt. Also stille ich etwas öfter. Mich stör das nicht. Bin ja eh zuhause. Ich fühle mich dadurch nicht eingeschränkt. Ich tanze schon eine Weile nicht mehr nachts durch die Clubs. Das letzte mal bin ich dort mit SIE angesprochen worden. Das war mein Zeichen "Hanni, du bist langsam zu alt für sowas".

Ja, ich trage. Ich pack' regelmäßig ein Kind in mein Tragetuch. Zum Spaß auch schon mal beide. Eines vorne und eines hinten...oder eines rechts und eines links. Mir macht es Spaß, ich habe die Hände frei und die Kids beruhigt es. Vor kurzem waren mein Mann und ich so im Gartencenter. Ich mit Tuch und Kind, er mit der Trage und Kind (wir haben noch eine Storchenwiege...auch super zum Tragen und für meinen Mann nicht ganz so öko). Ja man fällt so schon auf. Ich habe vor, das auch lange zu betreiben. Falls man später mal wandern geht und ein Kind keinen Bock mehr auf Laufen hat, kann man es sich so auf die Hüfte setzen oder auf den Rücken binden...Wenn sie nicht doch noch zu Schwergewichten werden sollten.

Ja...ich nehme meine Kinder hoch, wenn sie schreien. Ich bin der Meinung, dass momentan Grundbedürfnisse gestillt werden. Und wenn eines schreit, dann ist entweder Hunger, volle Windel, oder ein Pups der Grund...oder das Bedürfnis nach Nähe ist gefragt. Oder Hanni benötigt ein Taxi für ihre Entdeckungstour durchs Haus. Oder was auch immer. Falls ich dadurch die Kinder verwöhne...ja, dann verwöhne ich sie halt, hab auch lange genug drauf gewartet. Außerdem darf ich das, sind schließlich meine Kinder. Falls diese Entscheidung falsch ist, werde ich es irgendwann schon merken.

Und nein...sie schlafen noch nicht durch. Hanni war vor dem 19-Wochen-Zicken-Schub echt gut. Von 22 Uhr bis 6 Uhr war kein Mucks aus dem Kinderbett zu hören. Tja...momentan stille ich gefühlt 100 mal pro Nacht. Ich mach mir schon gar nicht mehr die Mühe, sie in ihr Bett zurück zu legen...weder Hanni noch Manni. Und nein...ich gebe keinen Brei. Aber das erwähnte ich ja schon.

Uns geht es trotz Bähphase prima. Die zwei können inzwischen richtig herzhaft lachen. Ich sag euch...sooo süss. Hach....

Mein Mann ist leider immer noch ohne Job. So langsam wird es Zeit, dass er morgens das Haus verlässt. Ich liebe ihn echt...puh...aber inzwischen...ich brauche ihn tagsüber nicht wirklich. Ich bekomme das sehr gut ohne ihn hin. Vielleicht tut sich bald etwas. Daumen drücken.

So, das war's mal wieder aus dem Hause Hanni.
Bis die Tage
Eure Hanni...die inzwischen mit einer Hand schreibt und mit der anderen stillt

PS: Was haltet ihr denn davon, wenn ich eine Seite meines Blogs mit meinen Erfahrungen zu Nützlichem und Unnützlichem im Zwillingshaushalt aufbaue?




Samstag, 9. Mai 2015

Ich bereue es, Mutter zu sein...

Harte mutige Worte. Nein...keine Panik. Ich rede nicht von mir, sondern von den 23 Frauen, die so ehrlich waren, dies zuzugeben. Ich möchte hier gar nicht groß auf "regretting motherhood" und diesen Artikel dazu eingehen. Wer davon noch nichts gehört hat, liest vielleicht den Stern nicht oder hatte die letzten Tage zu viel mit Frühjahrsputz zutun.

Egal... Warum ich trotzdem das Thema aufgreifen möchte? Es geht mir um die Mutter herself. Warum wird eigentlich immer so ein Klimmbimm um Mütter gemacht? Ich habe mich das schon so oft gefragt. Wenn es doch das Natürlichste auf der Welt ist (in meinem Fall mal kurz gelacht Hahaha), warum wird man zu etwas vermeintlich Besonderem als Mutter? Oder wird man das gar nicht, sondern die Mütter tun nur so, als ob sich die Sonne plötzlich nur noch um sie dreht?

Wenn ich mich so umschaue, und das mache ich gerne...beobachten...dann fällt mir auf, wie vielschichtig die Mütter sind. Es gibt nicht DIE Mutter. Sondern es gibt jammernde, verweichlichte, weinerliche, gestresste, überforderte Mütter. Es gibt Glucken und Helikopter. Es gibt Mütter, die ihr Muttersein zelebrieren, als ob es nichts anderes mehr gäbe auf dieser Welt. ABER es gibt auch lächelnde, zufriedene, gut organisierte, liebevolle Mütter. Mütter, die alles unter einen Hut bringen und nicht aus der Ruhe zu bringen sind. Ich sehe gerne hin, wie Mütter mit ihrem Nachwuchs umgehen. Ob sie grob und laut sind oder ob sie normal mit ihren Kindern sprechen. Bestimmt ist das auch situationsabhängig, aber man kann schon erkennen, ob es sich eher um einen liebevollen ehrlichen Umgang miteinander handelt, oder ob hier eine Furie das Zepter schwingt.

Ich werde nicht dahinter kommen, warum die gesamte Menschheit das Muttertier verehrt. Vielleicht weil so der Erhalt der Rasse gewährleistet ist und uns das einfach noch aus Urzeiten so geblieben ist. Als Frau Neandertal noch vom Rudel gegen wilde Tiere beschützt werden musste. Als Urinstinkt sozusagen (lustiges Wort übrigens... wenn man ein Leerzeichen nach dem ersten n macht, bekommt es plötzlich eine ganz andere Bedeutung). Und diesem Urinstinkt hat man nun auch noch einen Ehrentag gewidmet. Den ...na wer kommt von selbst drauf?...genau... den Muttertag!

Diesem Tag bin ich viele Jahre mit gemischten Gefühlen entgegen getreten und werde es auch dieses Jahr wieder tun. Klar, ich werde meine Mama in den Arm nehmen und ihr einen schönen Muttertag wünschen. Doch dieses Jahr bin ich zum ersten Mal nach außen hin selbst Mama. Ich für mich war die Jahre vorher schon Mama. Wunschmama und Sternenkindmama. Doch dazu hat mir niemand gratuliert. Viele Jahre Kinderwunsch liegen hinter mir und nun sitze ich hier am Samstagmorgen und tippe leise diesen Post während meine Kinder noch schlafen. Immer noch unglaublich für mich. Erst gestern Abend kam wieder dieses "Einfach unglaublich" aus mir heraus, als wir beim Abendessen saßen und die Kinder uns aus ihren Wippen heraus mit ihren großen Knopfaugen angestiert haben.

Vor ziemlich genau einem Jahr startete mein 16. ICSI Versuch. Es war klar, dass es der letzte werden würde. Ich war bereit, den Kinderwunschweg zu verlassen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nur noch nicht, welche Ausfahrt wir nehmen werden. Die "Mit Kind" oder die "Ohne Kind". Oh man... Ich weiß noch, wie ich mich tierisch über mein Ei gefreut habe. Ein Ei! Und beim nächsten Ultraschall noch mehr Eier... zwei...drei...vier! Es wurde die beste ICSI meines gesamten Kinderwunschweges. Und auch hier entfleucht es mir wieder, dieses "einfach unglaublich". Diese Glücksgefühle damals hinterlassen heute noch Gänsehaut. Muttertag wird immer am zweiten Sonntag im Mai gefeiert und wird mich von nun an wohl immer an meine letzte ICSI erinnern. So erhält dieser bisher abstrakte Tag für mich eine ganz neue Bedeutung.

Ich werde nie vergessen, wie ich dafür kämpfen musste.
Ich werde nie vergessen, dass Mutter werden einem nicht zufliegt.
Ich werde nie vergessen, dass der Mai für mich ein wahres Wunder bereit hielt.

Es wird mein ganz persönlicher Muttertag werden. Ein Tag, an dem ich immer an den Ursprung zurück kehren werde. Ein Tag, an dem ich bestimmt zig mal sagen werde "einfach unglaublich".

Eure Hanni



Dienstag, 14. April 2015

Abendritual und so

Ok...meine sind echt noch klein und brauchen noch kein Ritual. Ihr habt ja recht. Ich denke, die einzige, die das braucht, bin ich selbst. Ich habe ständig das Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen. Familie Hanni ist von Natur aus eher tüddelig. Und ruckzuck ist so ein Morgen im Bett vertüddelt. Folglich zieht sich alles bis spät in den Abend. So geht das nicht mehr. Planänderung!

Frau Hanni nimmt den Finger aus den Po und steht morgens rechtzeitig auf. Also halt rechtzeitig in meinem Sinne. Ich bin kein Earlybird. Meist stille ich so gegen 6 Uhr morgens nochmal ausgiebig und danach sind die zwei richtig fit. Wir brabbeln dann noch etwas im Bett und gegen halb neun schreiten wir zur Morgentoilette. Das ist doch auch eine angenehme Zeit um aufzustehen, oder? Und ich habe tatsächlich noch was vom Morgen.

Und abends? Da machen wir es jetzt so, dass ich gegen 21 oder 22 Uhr nochmal stille. Danach gibt's den Schlafi an und die zwei wandern in ihr Bett im Schlafzimmer. Mein Mann geht mit und übernimmt die erste Schicht. Ich verkrümel mich ins Gästezimmer und schlafe. Das hört sich zwar doof an. Aber so kann ich total abschalten und Kräfte sammeln...weiß, dass die zwei unter Kontrolle sind...brauche nicht bei jedem "Ähhh" von den Kindern wach werden. Wenn der Nachthunger kommt...meist gegen 3 Uhr oder etwas später... holt mein Mann mich und ich ziehe um ins Schlafzimmer.

Dann...jetzt kommt´s...habe ich eine Stillposition ausprobiert, mit der wir super zurecht kommen. Ich kann tatsächlich alleine bequem Tandemstillen. Dazu lege ich mich auf die Seite leicht nach hinten gelehnt und stütze meinen Rücken mit dem Stillkissen. Ein Kind wird an die untere Brust angelegt, seitlich neben mich. So stillen Einlingsmamas ja auch. So...nun aber kommt das zweite Kind oben bäuchlings quer über meine Seite mit seinen Beinen hinten auf dem Stillkissen an meine obere Brust. Hierbei hilft mein Mann noch. Ich muss noch etwas das Köpfchen vom oberen Kind stützen. Geht aber auch prima wenn ich mir ein paar zusammengerollte Socken unter die Brust stopfe. So können wir sogar alle drei einschlafen. Wenn ich mich aus dieser Position "befreien" möchte, ziehe ich das untere Kind weg. Kleiner Tipp: Ich lege die Kinder meist auf Spucktücher ab, so kann ich mit einer Hand die Kinder mitsamt Tuch wegziehen oder sogar wenn nötig, wie der Storch es macht, auch mal mitsamt Tuch hochheben. Muss ja oft alles mit einer Hand machbar sein. Und außerdem spuckt man mir nicht gleich aufs Laken. So... zurück zu meiner Befreiungsaktion. Unteres Kind ist weggeschoben. Jetzt kann ich mich langsam aufrichten und lass das obere Kind dabei sanft in meinen Arm rollen. Tadaa... Und schon kann ich beide wieder in ihr Bett legen ohne dass sie aufwachen. Das hat jetzt ein paar Tage reibungslos geklappt. Seit gestern machen die Kids irgendwie nicht mehr mit. Der untere trinkt so schlecht und verliert die Brust immer wieder. Naja... ich bleibe dran, denn die Position hat mir gut gefallen.

So habe ich zumindest mal die zwei Dinge, über die ich mich im letzten Post geärgert habe, geändert. Danke an die guten Tipps von euch. Ich werde sicherlich mal drauf zurückgreifen.

Liebe Grüße und gute Nacht
Eure Hanni

Samstag, 4. April 2015

Ggggrrrrr

... Ich bin genervt. Ich habe eigentlich die zufriedensten Kinder der Welt. Die können lachen...ich sag euch, da geht einem das Herz auf.

Trotzdem bin ich genervt. Manches läuft einfach noch nicht rund. Das ist zwar mit Kindern normal, doch bin ich es gewöhnt, einen Plan zu haben. Das nervt. Ich weiß manchmal nicht, wie ich gewisse Dinge handhaben soll. Warum gibt es eigentlich keinen "How to use a baby"-Kurs? Manchmal denke ich, ich stelle mich an wie ein Volltrottel. Da kann mir dann mein soeben wiederentdeckter Urinstinkt auch nicht helfen.

Zum Beispiel das Abendritual. Sowas haben wir noch nicht. Zumindest keines, welches den Kindern entgegen kommt. Mein Mann und ich sind absolute Abendmenschen. Unser Biorythmus kann glaub nicht anders. Bis wir gekocht, gegessen, Kinder Schlafi an, wickeln und stillen durch haben, ist es meist 22 Uhr. Nebenbei bemerkt...das war 21 Uhr vor der blöden Sommerzeit! Bisher bin ich dann ins Bett und mein Mann hat die Kinder bei sich im Wohnzimmer behalten, damit ich meine Ruhe habe. In letzter Zeit schlafen die zwei aber um die Zeit so richtig ein...und mein Mann gleich mit, sodass ich die drei mitten in der Nacht wecken muss bevor ich auf Dolly Buster Oberweite anschwelle. So geschehen heute Nacht um 3:30 Uhr!!! Das geht so nicht mehr. Die Kids werden dann einfach zu sehr wach gemacht. Irgendwie müssen wir es hinbekommen, dass die um 22 Uhr ins Bett gehen und ich trotzdem meinen "kinderlosen" Schlaf bekomme. Auf diese kleine Auszeit möchte ich nicht verzichten. Wie schaut denn in "erprobten" Familien so ein Abendritual aus? Könnt ihr mir hierbei helfen?

Das zweite was mich nervt...und das nervt mal so richtig... Dass ich im Bett noch keine optimale Stillposition gefunden habe, in der ich alleine, bequem meine Kinder gleichzeitig stillen kann. Ich komme immer wieder auf die gleiche Position zurück. Ich sitze am Kopfende meines Bettes und habe die Kinder rechts und links von mir in Seiten- bzw. Fussballhaltung. Hierbei ist es aber am besten, wenn mein Mann mir das zweite Kind reicht. Schließlich werden die kleinen Racker immer schwerer und sind nicht mehr so einfach mit einer Hand "zu bedienen". Ziel ist es, ALLEINE zurecht zu kommen und es dabei für mich und die Kinder bequem zu haben. Ich würde gerne im Liegen stillen...beide gleichzeitig. Ich könnte zum Monster werden...ich bin so unbeholfen und zerre des nächtens an den Kindern rum um dann mit großen Geschrei doch wieder in die alte Position zurückzukehren. Jetzt hab ich mich endlich mit meiner Unterhose und dem Stillkissen ausgesöhnt und jetzt passt mir die Position nicht mehr. Blöd, gell? Habt ihr mir praktikable Tipps zum parallel im Liegen stillen? Die zwei haben immer gleichzeitig Hunger, also fällt einzeln stillen ins Wasser...außer ich nehme Geschrei in Kauf. Ihr solltet mal sehen was Manni für ein Heulgesicht hat...das geht gar nicht...da bricht mir das Herz.

Ansonsten läuft alles prima. Wir haben täglich was zu lachen. Momentan liegen wir noch im Bett...Hanni rechts und Manni links. Beide schauen verliebt meine B*ustwarze an und pupsen um die Wette. So klein wie sie sind, pupsen können sie wie die Großen.

Ich freu mich auf eure Vorschläge und Geschichten zum Thema Abendritual und Stillen im Bett.

Eure Hanni







Montag, 23. März 2015

Supermamis


... soll es geben. Bin ich aber nicht.

Es gibt diese Art von Frau und Mutter, bei denen immer alles richtig und easy aussieht. Die sind ohne Hilfe schwanger geworden, haben eine Traumgeburt, sehen danach wieder aus wie vorher (oder sogar noch besser) und haben Musterkinder, die gleich schlafen und sich nach Checkliste entwickeln. Da klappt es mit dem Stillen und dem Baby-Handling. Die Frauen und die Kinder sehen morgens um 9 Uhr schon aus, wie aus dem Ei gepellt; sind nie vollgekotzt, immer entspannt und die Babys lachen nur.

Was zur Hölle mach´ ich da falsch?

Ich schaffe es einfach nicht, morgens in die Puschen zu kommen. Dabei bin ich doch auch schon um 6 Uhr wach. Ich stehe auf und verpass den zweien eine frische Windel. Danach geht es an die Brust. Wenigstens das klappt inzwischen ohne große Probleme. Dann hängen die zwei allerdings an mir. Immer wieder mal ein Schlückchen von der Milchbar...dazwischen halbes Stündchen schlafen, natürlich nur auf mir...irgendwann ist es plötzlich 9 Uhr geworden....wieder frische Windel...nochmal Brust und schließlich großes Geheule beim Weglegen. Ich muss dann echt auch mal duschen, da ich stinke wie ein Berber. So verbummeln wir unseren Morgen. Ich komme meist nicht mal zum Frühstücken. Morgens pünktlich mit zwei frischen Kindern irgendwo zu sein und dabei selbst nicht auszusehen wie Frau Flodder, ist eine Kunst. Wenn ich mich dann so beim Kinderarzt umschaue, sehe ich nur gepflegte Kinder und Mütter... und das um 10 Uhr morgens! Respekt. Aber wie machen die das? Stehen die alle um 4 Uhr morgens auf? Dabei habe ich ja noch meinen Mann zuhause. Ok...den lasse ich morgens schlafen, da er die Kinder ja abends alleine hat. Aber bei Termindruck übernimmt er die Wicklerei und sonstige Logistik.

Wenn man nun mit einer dieser Supermamis ins Gespräch kommt, haben alle natürlich ohne Probleme voll gestillt...selbst Zwillinge... Ich stille auch. Aber ich würde nicht behaupten, dass ich das ohne Probleme geschafft habe. Anfangs waren meine B*stwarzen blutig gekaut und auch jetzt ist es noch so, dass an manchen Tagen die zwei Milchvampire dauernd dranhängen und die Warzen heißlaufen. Und abends gibt's doch immer mal wieder ein kleines Fläschchen PRE.

Achja und durchschlafen tun natürlich auch alle Kinder. Die sind alle immer so entspannt. Lachen den ganzen Tag und schlafen in der Nacht auch noch in ihrem eigenen Bett. Ich traue mich da schon gar nicht, von mir zu erzählen. Klar...die schlafen auch. Sogar nachts schon 4 Stunden am Stück. Aber nicht im eigenen Bett, sondern zwischen mir und meinem Mann. Mich stört das nicht, im Gegenteil, ich finde das eher praktisch. Ich bin ziemlich kurzsichtig. Wenn ich die Kinder in meiner Nähe habe, sehe ich sogar ohne Brille, ob sie gespuckt haben. Und zum Stillen muss ich nicht mal aufstehen. Bevor die zwei aber auf die Idee kommen, ihre Freunde mitzubringen um bei Mami und Papi im Bett zu schlafen, werden sie schon noch ausquartiert...hoffentlich...

Und zu guter Letzt die Mamis selbst. Immer gerichtet und hübsch angezogen. Wenn ich momentan am Spiegel vorbeilaufe, wird es mir eher schlecht. Ich hab Falten im Gesicht bekommen, eine ausgeprägte Milchbar und meine Taille versteckt sich unter der schwabbeligen Masse in meiner Körpermitte. Jaja...ich weiß...das wird schon wieder...das alles war es wert. Doch trotzdem mag ich mich so nicht. Da hilft auch das bisschen Wimperntusche nicht mehr viel, wenn ich wie eine Presswurst aussehe.

 Also bitte...liebe Supermamis...gebt es zu...ihr lügt doch wie gedruckt!

Eure Hanni

Montag, 16. März 2015

Haben wir es verlernt?

...auf unsere innere Stimme zu hören?

Stillen...

Ich muss zugeben, ich hatte es mir einfacher vorgestellt. Zwei Kinder und zwei Brüste... Kein Problem. Angefangen hat es aber schon in der Klinik. Meine zwei Raupen waren noch so schwach, dass ich alle paar Stunden die Brust anbieten musste. Dann haben sie nicht richtig gezogen und sind gleich wieder eingeschlafen. Ich habe es über ein Brusternährungsset geschafft, dass die zwei auch die Brust akzeptieren und nicht nur den Gumminippel vom Fläschchen. Das sieht ja schon witzig aus. Ich habe PRE Nahrung im Fläschchen in die Achselhöhle geklemmt...da bleibt es schön warm. Dann wurde eine Kanüle in den Sauger gesteckt und auf die Brust getapet. Das Ende der Kanüle liegt dabei auf der Brustwarze. So konnten die Kinder an die Brustwarze gewöhnt werden und haben trotzdem ausreichend getrunken.

Zuhause ging es dann weiter. Meine Hebamme hat die Kinder immer wieder gewogen und mir ans Herz gelegt, die Stillabstände am besten auf zwei Stunden zu verkürzen, da die Kleinen nicht richtig zunahmen. Hallo?? Alle zwei Stunden? Ich stillte zwar zu dem Zeitpunkt schon Tandem, aber musste ja auch noch abpumpen um den Milchfluss anzuregen. So brauchte ich für eine komplette Runde mit wickeln, stillen und abpumpen bereits gut zwei Stunden. Dann wäre gerade noch Zeit gewesen mal schnell Pipi zu gehen und dann müsste ich von vorne beginnen. Wir einigten uns auf zufüttern in größerer Menge. Leute...das war bisher der schlimmste Tag mit meinen zwei Raupen. Ich habe gewickelt, gestillt, zugefüttert, oder besser gesagt reingestopft was ging und abgepumpt. Oh Gott haben die zwei im hohen Bogen gespuckt, grausam...und haben nur herzzerreißend geweint. Und ich gleich mit. Ich war nur am heulen. Ich war so hilflos. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich meine Kinder nicht ernähren kann...dass sie mir verhungern, weil sie nicht richtig zunahmen...weil sie eben nicht so "funktionierten", wie es eine Tabelle vorschreibt. Ich bin irgendwann ins Bett gefallen und habe mich in den Schlaf geheult. Beim Aufwachen fiel der Entschluss: "Die können mich jetzt alle am A*sch lecken" Wir machten das ab da so, wie mein Bauchgefühl es vorgab. Ich stillte wieder alle 3-4 Stunden und gab danach tagsüber ein Fläschchen  mit 50 ml PRE Nahrung. Nachts stillte ich ausschließlich, aber regelmäßig alle drei Stunden. Die Folge? Ich war entspannter, die Kinder waren entspannter und weinten nicht mehr. Und das beste war, sie nahmen trotzdem zu.

Was zeigt mir das? Hanni...zum Mami werden gehört auch, auf deine Intuition zu hören. Klar, gibt es Tabellen, Durchschnittswerte und Vorgaben, die verhindern sollen, dass Kinder sich nicht richtig entwickeln. Aber meine zwei waren jetzt keine Frühchen, sie wogen ja bereits knapp zwei Kilo und machten mir nie den Anschein, dass ihnen etwas fehlt. Die Hautfarbe war rosig, die Windeln immer voll und wenn sie mal wach waren, waren sie ja sowas von zuckersüß. Dieser schreckliche Tag...ich nenne ihn mal "Vorfall"...hat wohl das Muttertier in mir geweckt. Es ist nicht einfach, Entscheidungen für so kleine hilflose Wesen zu treffen. Aber tief in einem sitzt doch so etwas, das sich Urinstinkt nennt. Leider ist es heutzutage so, dass wir den gerne überhören.

Warum eigentlich? Früher gab es keinen Onkel Google, keine Stillberater, nicht tausend Ratgeber, keine Referenzkurven der Weltgesundheitsorganisation und keine schlauen Apps. Es gab die eigene Mutter, es gab die Hebamme mit ihrem Erfahrungsschatz und es gab die Bauchstimme. Selbst das hat bestimmt schon gereicht, um hin und wieder durcheinander zu kommen. Aber heute hat man eine richtige Flut an Informationsquellen. Wem soll man denn da glauben? Ich bin ja selbst so ein Internetjunkie. Das Internet bietet Antworten auf alle Fragen. Blöd nur, dass die Antwort einmal so und einmal ganz anders lautet. Auch ich verschlinge Ratgeber zum Thema Stillen. Hab mir sogar ein Buch gekauft zum Thema Zwillinge stillen (übrigens empfehlenswert...von Susanne Wittmair). Ja...und ich tausche mich auch mit anderen Müttern aus. ABER...die Stimme in mir hat künftig immer das letzte Wort. Mein Bauch entscheidet, was gut für uns ist. Denn nur dann kann ich diese Nächte überstehen, in denen ich gerade mal eine Stunde zur Ruhe komme...oder diese Tage, an denen ich von morgens bis abends ununterbrochen stille...und nur dann habe ich das Gefühl, das richtige zu tun, obwohl Manni an der Brust schier abdreht, draufhaut und reinbeißt...keine Ahnung warum er das gerade macht. Jedenfalls habe ich mich mit meinem Urinstinkt gerade wieder angefreundet und freue mich jedesmal aufs Neue von ihm zu hören.

Wenn meine Kinder mich anlächeln, weiß ich, dass ich es richtig gemacht habe und mein Herz geht auf.

Eure Hanni