Dienstag, 14. April 2015

Abendritual und so

Ok...meine sind echt noch klein und brauchen noch kein Ritual. Ihr habt ja recht. Ich denke, die einzige, die das braucht, bin ich selbst. Ich habe ständig das Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen. Familie Hanni ist von Natur aus eher tüddelig. Und ruckzuck ist so ein Morgen im Bett vertüddelt. Folglich zieht sich alles bis spät in den Abend. So geht das nicht mehr. Planänderung!

Frau Hanni nimmt den Finger aus den Po und steht morgens rechtzeitig auf. Also halt rechtzeitig in meinem Sinne. Ich bin kein Earlybird. Meist stille ich so gegen 6 Uhr morgens nochmal ausgiebig und danach sind die zwei richtig fit. Wir brabbeln dann noch etwas im Bett und gegen halb neun schreiten wir zur Morgentoilette. Das ist doch auch eine angenehme Zeit um aufzustehen, oder? Und ich habe tatsächlich noch was vom Morgen.

Und abends? Da machen wir es jetzt so, dass ich gegen 21 oder 22 Uhr nochmal stille. Danach gibt's den Schlafi an und die zwei wandern in ihr Bett im Schlafzimmer. Mein Mann geht mit und übernimmt die erste Schicht. Ich verkrümel mich ins Gästezimmer und schlafe. Das hört sich zwar doof an. Aber so kann ich total abschalten und Kräfte sammeln...weiß, dass die zwei unter Kontrolle sind...brauche nicht bei jedem "Ähhh" von den Kindern wach werden. Wenn der Nachthunger kommt...meist gegen 3 Uhr oder etwas später... holt mein Mann mich und ich ziehe um ins Schlafzimmer.

Dann...jetzt kommt´s...habe ich eine Stillposition ausprobiert, mit der wir super zurecht kommen. Ich kann tatsächlich alleine bequem Tandemstillen. Dazu lege ich mich auf die Seite leicht nach hinten gelehnt und stütze meinen Rücken mit dem Stillkissen. Ein Kind wird an die untere Brust angelegt, seitlich neben mich. So stillen Einlingsmamas ja auch. So...nun aber kommt das zweite Kind oben bäuchlings quer über meine Seite mit seinen Beinen hinten auf dem Stillkissen an meine obere Brust. Hierbei hilft mein Mann noch. Ich muss noch etwas das Köpfchen vom oberen Kind stützen. Geht aber auch prima wenn ich mir ein paar zusammengerollte Socken unter die Brust stopfe. So können wir sogar alle drei einschlafen. Wenn ich mich aus dieser Position "befreien" möchte, ziehe ich das untere Kind weg. Kleiner Tipp: Ich lege die Kinder meist auf Spucktücher ab, so kann ich mit einer Hand die Kinder mitsamt Tuch wegziehen oder sogar wenn nötig, wie der Storch es macht, auch mal mitsamt Tuch hochheben. Muss ja oft alles mit einer Hand machbar sein. Und außerdem spuckt man mir nicht gleich aufs Laken. So... zurück zu meiner Befreiungsaktion. Unteres Kind ist weggeschoben. Jetzt kann ich mich langsam aufrichten und lass das obere Kind dabei sanft in meinen Arm rollen. Tadaa... Und schon kann ich beide wieder in ihr Bett legen ohne dass sie aufwachen. Das hat jetzt ein paar Tage reibungslos geklappt. Seit gestern machen die Kids irgendwie nicht mehr mit. Der untere trinkt so schlecht und verliert die Brust immer wieder. Naja... ich bleibe dran, denn die Position hat mir gut gefallen.

So habe ich zumindest mal die zwei Dinge, über die ich mich im letzten Post geärgert habe, geändert. Danke an die guten Tipps von euch. Ich werde sicherlich mal drauf zurückgreifen.

Liebe Grüße und gute Nacht
Eure Hanni

Samstag, 4. April 2015

Ggggrrrrr

... Ich bin genervt. Ich habe eigentlich die zufriedensten Kinder der Welt. Die können lachen...ich sag euch, da geht einem das Herz auf.

Trotzdem bin ich genervt. Manches läuft einfach noch nicht rund. Das ist zwar mit Kindern normal, doch bin ich es gewöhnt, einen Plan zu haben. Das nervt. Ich weiß manchmal nicht, wie ich gewisse Dinge handhaben soll. Warum gibt es eigentlich keinen "How to use a baby"-Kurs? Manchmal denke ich, ich stelle mich an wie ein Volltrottel. Da kann mir dann mein soeben wiederentdeckter Urinstinkt auch nicht helfen.

Zum Beispiel das Abendritual. Sowas haben wir noch nicht. Zumindest keines, welches den Kindern entgegen kommt. Mein Mann und ich sind absolute Abendmenschen. Unser Biorythmus kann glaub nicht anders. Bis wir gekocht, gegessen, Kinder Schlafi an, wickeln und stillen durch haben, ist es meist 22 Uhr. Nebenbei bemerkt...das war 21 Uhr vor der blöden Sommerzeit! Bisher bin ich dann ins Bett und mein Mann hat die Kinder bei sich im Wohnzimmer behalten, damit ich meine Ruhe habe. In letzter Zeit schlafen die zwei aber um die Zeit so richtig ein...und mein Mann gleich mit, sodass ich die drei mitten in der Nacht wecken muss bevor ich auf Dolly Buster Oberweite anschwelle. So geschehen heute Nacht um 3:30 Uhr!!! Das geht so nicht mehr. Die Kids werden dann einfach zu sehr wach gemacht. Irgendwie müssen wir es hinbekommen, dass die um 22 Uhr ins Bett gehen und ich trotzdem meinen "kinderlosen" Schlaf bekomme. Auf diese kleine Auszeit möchte ich nicht verzichten. Wie schaut denn in "erprobten" Familien so ein Abendritual aus? Könnt ihr mir hierbei helfen?

Das zweite was mich nervt...und das nervt mal so richtig... Dass ich im Bett noch keine optimale Stillposition gefunden habe, in der ich alleine, bequem meine Kinder gleichzeitig stillen kann. Ich komme immer wieder auf die gleiche Position zurück. Ich sitze am Kopfende meines Bettes und habe die Kinder rechts und links von mir in Seiten- bzw. Fussballhaltung. Hierbei ist es aber am besten, wenn mein Mann mir das zweite Kind reicht. Schließlich werden die kleinen Racker immer schwerer und sind nicht mehr so einfach mit einer Hand "zu bedienen". Ziel ist es, ALLEINE zurecht zu kommen und es dabei für mich und die Kinder bequem zu haben. Ich würde gerne im Liegen stillen...beide gleichzeitig. Ich könnte zum Monster werden...ich bin so unbeholfen und zerre des nächtens an den Kindern rum um dann mit großen Geschrei doch wieder in die alte Position zurückzukehren. Jetzt hab ich mich endlich mit meiner Unterhose und dem Stillkissen ausgesöhnt und jetzt passt mir die Position nicht mehr. Blöd, gell? Habt ihr mir praktikable Tipps zum parallel im Liegen stillen? Die zwei haben immer gleichzeitig Hunger, also fällt einzeln stillen ins Wasser...außer ich nehme Geschrei in Kauf. Ihr solltet mal sehen was Manni für ein Heulgesicht hat...das geht gar nicht...da bricht mir das Herz.

Ansonsten läuft alles prima. Wir haben täglich was zu lachen. Momentan liegen wir noch im Bett...Hanni rechts und Manni links. Beide schauen verliebt meine B*ustwarze an und pupsen um die Wette. So klein wie sie sind, pupsen können sie wie die Großen.

Ich freu mich auf eure Vorschläge und Geschichten zum Thema Abendritual und Stillen im Bett.

Eure Hanni







Montag, 23. März 2015

Supermamis


... soll es geben. Bin ich aber nicht.

Es gibt diese Art von Frau und Mutter, bei denen immer alles richtig und easy aussieht. Die sind ohne Hilfe schwanger geworden, haben eine Traumgeburt, sehen danach wieder aus wie vorher (oder sogar noch besser) und haben Musterkinder, die gleich schlafen und sich nach Checkliste entwickeln. Da klappt es mit dem Stillen und dem Baby-Handling. Die Frauen und die Kinder sehen morgens um 9 Uhr schon aus, wie aus dem Ei gepellt; sind nie vollgekotzt, immer entspannt und die Babys lachen nur.

Was zur Hölle mach´ ich da falsch?

Ich schaffe es einfach nicht, morgens in die Puschen zu kommen. Dabei bin ich doch auch schon um 6 Uhr wach. Ich stehe auf und verpass den zweien eine frische Windel. Danach geht es an die Brust. Wenigstens das klappt inzwischen ohne große Probleme. Dann hängen die zwei allerdings an mir. Immer wieder mal ein Schlückchen von der Milchbar...dazwischen halbes Stündchen schlafen, natürlich nur auf mir...irgendwann ist es plötzlich 9 Uhr geworden....wieder frische Windel...nochmal Brust und schließlich großes Geheule beim Weglegen. Ich muss dann echt auch mal duschen, da ich stinke wie ein Berber. So verbummeln wir unseren Morgen. Ich komme meist nicht mal zum Frühstücken. Morgens pünktlich mit zwei frischen Kindern irgendwo zu sein und dabei selbst nicht auszusehen wie Frau Flodder, ist eine Kunst. Wenn ich mich dann so beim Kinderarzt umschaue, sehe ich nur gepflegte Kinder und Mütter... und das um 10 Uhr morgens! Respekt. Aber wie machen die das? Stehen die alle um 4 Uhr morgens auf? Dabei habe ich ja noch meinen Mann zuhause. Ok...den lasse ich morgens schlafen, da er die Kinder ja abends alleine hat. Aber bei Termindruck übernimmt er die Wicklerei und sonstige Logistik.

Wenn man nun mit einer dieser Supermamis ins Gespräch kommt, haben alle natürlich ohne Probleme voll gestillt...selbst Zwillinge... Ich stille auch. Aber ich würde nicht behaupten, dass ich das ohne Probleme geschafft habe. Anfangs waren meine B*stwarzen blutig gekaut und auch jetzt ist es noch so, dass an manchen Tagen die zwei Milchvampire dauernd dranhängen und die Warzen heißlaufen. Und abends gibt's doch immer mal wieder ein kleines Fläschchen PRE.

Achja und durchschlafen tun natürlich auch alle Kinder. Die sind alle immer so entspannt. Lachen den ganzen Tag und schlafen in der Nacht auch noch in ihrem eigenen Bett. Ich traue mich da schon gar nicht, von mir zu erzählen. Klar...die schlafen auch. Sogar nachts schon 4 Stunden am Stück. Aber nicht im eigenen Bett, sondern zwischen mir und meinem Mann. Mich stört das nicht, im Gegenteil, ich finde das eher praktisch. Ich bin ziemlich kurzsichtig. Wenn ich die Kinder in meiner Nähe habe, sehe ich sogar ohne Brille, ob sie gespuckt haben. Und zum Stillen muss ich nicht mal aufstehen. Bevor die zwei aber auf die Idee kommen, ihre Freunde mitzubringen um bei Mami und Papi im Bett zu schlafen, werden sie schon noch ausquartiert...hoffentlich...

Und zu guter Letzt die Mamis selbst. Immer gerichtet und hübsch angezogen. Wenn ich momentan am Spiegel vorbeilaufe, wird es mir eher schlecht. Ich hab Falten im Gesicht bekommen, eine ausgeprägte Milchbar und meine Taille versteckt sich unter der schwabbeligen Masse in meiner Körpermitte. Jaja...ich weiß...das wird schon wieder...das alles war es wert. Doch trotzdem mag ich mich so nicht. Da hilft auch das bisschen Wimperntusche nicht mehr viel, wenn ich wie eine Presswurst aussehe.

 Also bitte...liebe Supermamis...gebt es zu...ihr lügt doch wie gedruckt!

Eure Hanni

Montag, 16. März 2015

Haben wir es verlernt?

...auf unsere innere Stimme zu hören?

Stillen...

Ich muss zugeben, ich hatte es mir einfacher vorgestellt. Zwei Kinder und zwei Brüste... Kein Problem. Angefangen hat es aber schon in der Klinik. Meine zwei Raupen waren noch so schwach, dass ich alle paar Stunden die Brust anbieten musste. Dann haben sie nicht richtig gezogen und sind gleich wieder eingeschlafen. Ich habe es über ein Brusternährungsset geschafft, dass die zwei auch die Brust akzeptieren und nicht nur den Gumminippel vom Fläschchen. Das sieht ja schon witzig aus. Ich habe PRE Nahrung im Fläschchen in die Achselhöhle geklemmt...da bleibt es schön warm. Dann wurde eine Kanüle in den Sauger gesteckt und auf die Brust getapet. Das Ende der Kanüle liegt dabei auf der Brustwarze. So konnten die Kinder an die Brustwarze gewöhnt werden und haben trotzdem ausreichend getrunken.

Zuhause ging es dann weiter. Meine Hebamme hat die Kinder immer wieder gewogen und mir ans Herz gelegt, die Stillabstände am besten auf zwei Stunden zu verkürzen, da die Kleinen nicht richtig zunahmen. Hallo?? Alle zwei Stunden? Ich stillte zwar zu dem Zeitpunkt schon Tandem, aber musste ja auch noch abpumpen um den Milchfluss anzuregen. So brauchte ich für eine komplette Runde mit wickeln, stillen und abpumpen bereits gut zwei Stunden. Dann wäre gerade noch Zeit gewesen mal schnell Pipi zu gehen und dann müsste ich von vorne beginnen. Wir einigten uns auf zufüttern in größerer Menge. Leute...das war bisher der schlimmste Tag mit meinen zwei Raupen. Ich habe gewickelt, gestillt, zugefüttert, oder besser gesagt reingestopft was ging und abgepumpt. Oh Gott haben die zwei im hohen Bogen gespuckt, grausam...und haben nur herzzerreißend geweint. Und ich gleich mit. Ich war nur am heulen. Ich war so hilflos. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich meine Kinder nicht ernähren kann...dass sie mir verhungern, weil sie nicht richtig zunahmen...weil sie eben nicht so "funktionierten", wie es eine Tabelle vorschreibt. Ich bin irgendwann ins Bett gefallen und habe mich in den Schlaf geheult. Beim Aufwachen fiel der Entschluss: "Die können mich jetzt alle am A*sch lecken" Wir machten das ab da so, wie mein Bauchgefühl es vorgab. Ich stillte wieder alle 3-4 Stunden und gab danach tagsüber ein Fläschchen  mit 50 ml PRE Nahrung. Nachts stillte ich ausschließlich, aber regelmäßig alle drei Stunden. Die Folge? Ich war entspannter, die Kinder waren entspannter und weinten nicht mehr. Und das beste war, sie nahmen trotzdem zu.

Was zeigt mir das? Hanni...zum Mami werden gehört auch, auf deine Intuition zu hören. Klar, gibt es Tabellen, Durchschnittswerte und Vorgaben, die verhindern sollen, dass Kinder sich nicht richtig entwickeln. Aber meine zwei waren jetzt keine Frühchen, sie wogen ja bereits knapp zwei Kilo und machten mir nie den Anschein, dass ihnen etwas fehlt. Die Hautfarbe war rosig, die Windeln immer voll und wenn sie mal wach waren, waren sie ja sowas von zuckersüß. Dieser schreckliche Tag...ich nenne ihn mal "Vorfall"...hat wohl das Muttertier in mir geweckt. Es ist nicht einfach, Entscheidungen für so kleine hilflose Wesen zu treffen. Aber tief in einem sitzt doch so etwas, das sich Urinstinkt nennt. Leider ist es heutzutage so, dass wir den gerne überhören.

Warum eigentlich? Früher gab es keinen Onkel Google, keine Stillberater, nicht tausend Ratgeber, keine Referenzkurven der Weltgesundheitsorganisation und keine schlauen Apps. Es gab die eigene Mutter, es gab die Hebamme mit ihrem Erfahrungsschatz und es gab die Bauchstimme. Selbst das hat bestimmt schon gereicht, um hin und wieder durcheinander zu kommen. Aber heute hat man eine richtige Flut an Informationsquellen. Wem soll man denn da glauben? Ich bin ja selbst so ein Internetjunkie. Das Internet bietet Antworten auf alle Fragen. Blöd nur, dass die Antwort einmal so und einmal ganz anders lautet. Auch ich verschlinge Ratgeber zum Thema Stillen. Hab mir sogar ein Buch gekauft zum Thema Zwillinge stillen (übrigens empfehlenswert...von Susanne Wittmair). Ja...und ich tausche mich auch mit anderen Müttern aus. ABER...die Stimme in mir hat künftig immer das letzte Wort. Mein Bauch entscheidet, was gut für uns ist. Denn nur dann kann ich diese Nächte überstehen, in denen ich gerade mal eine Stunde zur Ruhe komme...oder diese Tage, an denen ich von morgens bis abends ununterbrochen stille...und nur dann habe ich das Gefühl, das richtige zu tun, obwohl Manni an der Brust schier abdreht, draufhaut und reinbeißt...keine Ahnung warum er das gerade macht. Jedenfalls habe ich mich mit meinem Urinstinkt gerade wieder angefreundet und freue mich jedesmal aufs Neue von ihm zu hören.

Wenn meine Kinder mich anlächeln, weiß ich, dass ich es richtig gemacht habe und mein Herz geht auf.

Eure Hanni

Samstag, 21. Februar 2015

Vom Sinn und Unsinn mancher Dinge...

Es gibt viele Dinge, die man meint, unbedingt zu brauchen. Manches hat sich schon als totaler Quatsch rausgestellt. Z.B. haben wir einen dieser Windeleimer geschenkt bekommen...So einer mit Folienkartusche, in die die Windeln einzeln eingedreht werden. So ein Mistding! Nicht mit einer Hand zu bedienen und bei Zwillingen laufend voll. Uns wurde geraten, um die teuren Kartuschen zu umgehen, Meterware der Folie zu kaufen und die Kartuschen selbst zu füllen. Toller Plan...Ich bin froh, wenn mir Zeit bleibt zum Kochen. Hahaha... Das wird wohl das erste sein, was im hohen Bogen rausfliegt.

Bei uns im Landkreis gibt es extra eine Windeltonne. Die habe ich bestellt, damit wir nicht in der ganzen Nachbarschaft die Restmülleimer mit unseren Duftpaketen vollstopfen müssen. Da kommt nämlich schon so einiges an Müll zusammen. Also das erachte ich als sinnvolle Investition, zumal es für Neugeborene Vergünstigungen dafür gibt. Eine Alternative wären Stoffwindeln. Aber darauf habe ich ehrlich gesagt bei zwei Kindern keine Lust.

Die ersten Tage als Familie sind also nun schon geschafft und es spielt sich immer mehr Routine ein. Wir finden Zeit zum Kuscheln und die Kinder lieben es, am B*sen zu schmusen. Selbst das Stillen wird immer besser und wir brauchen eigentlich nicht mehr zufüttern. Nur an manchen Tagen scheinen die zwei ständig hungrig zu sein, da gibt es schon mal zusätzlich ein Minifläschchen mit 50 ml PRE. Es ist toll, den beiden Milchvampiren beim Saugen zuzuschauen. Da kommen wir auch schon zu den nächsten Dingen, die man braucht oder nicht...

Unverzichtbar ist die Brustw*rzensalbe mit Lanolin. Da meine Milchzentrale im Dauereinsatz ist und keine der beiden Zapfsäulen eine Pause bekommt, ist es eine Wohltat, die W*arzen damit einzuschmieren. Ich habe somit keine Probleme mit wunden Stellen. Und wenn die zwei mal ganz böse mit den W*rzen umgehen, verwende ich Stillhütchen. Dann können sie beißen, soviel sie wollen.

Was mich allerdings an den Rand des Wahnsinns treibt... Ich...die immer tiefenentspannte Hanni...könnte durchdrehen. Ich habe schon für dieses Teil ganz viele Schimpfworte gefunden. Ich brauche es, aber es nervt unheimlich. Was? Dieses verdammte, hochwertige, teure, blöde Stillkissen. Warum? Ich beschreibe mal eine übliche nächtliche Raubtierfütterung:

Ich werde geweckt von den Hungerrufen von Hanni und Manni. Ich versuche schlaftrunken eine aufrechte Position am Kopfende meines Bettes zu finden. Dabei rutscht mir meist meine Unterhose bis unter den Po oder die Einlage für den immer noch laufenden Wochenfluss wird zur Wurst. Da es aber schnell gehen muss, weil die Hungerrufe sonst noch meinen Mann wecken, ignoriere ich das einfach mal...GRMPF... Nun versinkt mein Po in meiner rückenfreundlichen weichen Matratze in einem Loch... nochmal GRMPF... Ich lege mir mein Stillkissen um und klopfe und schüttle es in die richtige Position. Nun versuche ich, die zappelnden Milchvampire anzulegen. Hierfür würde ich gerne bei dem nächsten Evolutionsupdate eine dritte Hand beantragen. Sobald einer richtig angelegt ist, habe ich für den anderen nur noch eine Hand frei und werde meist gebissen und kann mich nicht wehren. Ok...nochmal GRMPF... Jetzt wäre eigentlich alles gut. Meint man... ABER dann bewegt sich jemand. So und nun endgültig ein lautes MEGA-GRMPF... Das ordentlich zurechtgelegte Stillkissen gibt nach. Ein Kind nach dem anderen rutscht in irgendwelche Falten. Umso mehr sie zappeln, umso mehr rutschen sie noch weiter vom Stillkissen, welches sich nun da ausbeult, wo man es gar nicht braucht. Da sitze ich dann...mitten in der Nacht...mit blankem Po...hochgezogenem Schlafshirt...zappelnden Kindern, die in tiefen Stillkissenfalten verschwinden...mit eingeschlafenen Beinen...bemühe mich um eine harmonische Stillbeziehung und bete um die dritte Hand.

Ich hatte mir vor kurzem auch ein Stillkissen mit festem Kern zum Umschnallen bestellt. Im Text stand "Bestens geeignet zum Stillen von Zwillingen". Beim Probeliegen ist Klein-Hanni gleich runtergepurzelt und das Stillkissen ging postwendend zum Absender zurück. Also auch keine Lösung. Falls hier Zwillingsmamas mitlesen, die auch gestillt haben, wäre ich für Tipps sehr dankbar.

Falls ihr euch wundert, warum ich schreibe, dass ich meinen Mann nicht wecken möchte: Er ist auch zuhause. Er macht Elternzeit und ist danach freigestellt bist die Kündigung wirksam wird. Eigentlich wäre es dann nicht schlimm, ihn zu wecken. Aber wir haben die Abmachung, dass wir uns die Zeit einteilen. Es bringt nichts, wenn wir am nächsten Tag beide als Zombies herumlaufen. Also bekomme ich am frühen Abend "kinderfrei" und kann drei Stunden am Stück schlafen. Dafür übernehme ich die Nachtschicht. Das hat sich bisher ganz gut bewährt.

So...meine Zeit ist um...
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende
Eure Hanni

Achja... meine Gebärmutter ist übrigens wieder auf dem Wege dahin, wo sie hingehört. Es ging zwar lang, aber es ging. Immerhin!


Sonntag, 15. Februar 2015

Gebrauchsanweisung

Ich vermute mal, dass die Klinik vergessen hat, mir die Gebrauchsanweisung für die Kinder mitzugeben. Ist das nicht Standard?

Jedenfalls weiß ich jetzt, dass sie 24 Stunden lang präsent sind und sich nicht einfach abschalten lassen. Nicht das ich das möchte, aber lest selbst...

Kennt ihr noch die Wecker der Marke Braun, die in den 90er mal total in waren? Voice Control. Tolle Sache. Man muss den Wecker nicht mit der Hand ausschalten, sondern bedient die Schlummerfunktion mit der Stimme. Am Besten ruft man laut STOPP! Dies habe ich nun jahrelang morgens praktiziert. Blöd nur, dass das jetzt nicht mehr funktioniert. Ich habe vor kurzem in meinem Halbdussel mehrmals laut STOPP gerufen als die Kids geweint haben. Scheinbar haben die keine Schlummerfunktion. Erst mein Mann hat mich dann wach bekommen mit seinem Lachen. Kann man morgens auch so verpeilt sein? Als ich dann auch noch zu Manni Mietzi gesagt habe, musste ich selbst lachen.

Naja...das nur mal so nebenbei erwähnt...

Eure Hanni

Freitag, 6. Februar 2015

Das Wochenbett

So ein altes Wort.... Wochenbett. Aber es ist was Wahres dran. Ich habe viele Tage im Bett verbracht und mich erholt. Ich hatte zwar keine normale Geburt aber so ein Kaiserschnitt ist auch nicht ohne. Ich habe das schlichtweg unterschätzt. Eigentlich dachte ich mir, dass ich in ein oder zwei Tagen wieder fit bin. Ich hab dann doch etwas länger gebraucht.

Gelernt habe ich in der Zeit im Krankenhaus, dass Hemmungen fehl am Platz sind. Eine Geburt, egal ob normal oder geschnibbelt, ist etwas sehr intimes. Allerdings ist man in dieser Intimität niemals alleine. Am Abend nach dem Kaiserschnitt kamen z.B. zwei Schwestern mit einer Bettpfanne und einer Gießkanne mit warmen Wasser an mein Bett. Ich musste meinen Po auf die Pfanne hieven und die Beine breit machen, damit die Damen mich von dem herausblubbernten Wochenfluss befreien konnten. Ich dachte mir nur dabei, dass die zwei eindeutig den schlechteren Part in dieser Situation hatten.

Die ersten zwei Tage nach Geburt verliefen wie in Trance. Ich funktionierte. Ich war selig und glücklich aber ich war nicht selbstbestimmt. Ich legte die Kinder an, wenn man mir sagte, dass ich das tun sollte. Ich zog den Kindern das an, was die Schwestern mir hinlegten und ich aß, was auf den Tisch kam. Ich kann nicht sagen, dass ich überfordert war, aber ich funktionierte einfach ohne Hirn. Ich spürte auch nicht sofort tiefe Liebe für meine Kinder. Ich war erleichtert, dass sie gesund sind. Ich fand sie total goldig. Aber dieses "Wow" Gefühl blieb aus. Im Gegenteil. Gleich nach der Geburt, solange ich noch zugemacht wurde, legte man mir Manni auf die Brust. Das war fast zu viel für mich. Totale Reizüberflutung.

Erst ein paar Tage nach der Geburt, als ich endlich mal total alleine mit meinen Kindern war...ohne irgendeine Schwester, die mir an der Brust rumknetete...  ohne Zimmernachbarin... ohne meinen Mann... Einfach nur meine zwei Wunder auf mir... da überrollte es mich. So lange habe ich auf diesen Moment gewartet. Viele Jahre habe ich vergeblich versucht, schwanger zu werden. Und nun hatte ich diese zwei wunderhübschen, perfekten Menschen auf der Brust liegen. Meine Kinder! Es war kaum auszuhalten, dieses tiefe Gefühl. Ich war endlich angekommen. Ich war wieder ich selbst und realisierte, was die letzten Tage passiert war.

Von nun an wachse ich jeden Tag etwas mehr in meine Rolle als Mama herein. Und es gefällt mir. Alles ist neu und vieles mache ich bestimmt auch nicht wirklich richtig. Aber wir lernen. Mein Mann genauso wie ich. Mein Mann macht das alles total prima. Er ist der geborene Vater. Er selbst ist die ersten Jahre seines Lebens ohne Papa aufgewachsen und sagt immer, dass das für ihn nie toll war. Vielleicht ist er deshalb umso bemühter. Ein weiterer Grund für mich, mich jeden Tag aufs neue in ihn zu verlieben. Nur nachts hat er eine unheimlich lange "Wachwerdphase". Da kann es schon mal passieren, dass man die Kinder verwechselt oder den Schlafsack verkehrt herum anzieht. Aber egal... die Kinder sehen zufrieden aus.

Mir selbst geht es noch nicht soooo gut. Meine Gebärmutter macht noch etwas Zicken...

Oh...Manni meldet sich zu Wort.

Bis die Tage mal
Eure Hanni