Dienstag, 28. Januar 2014

Lutinus vs. Utrogest


Utrogest...du bist mein neuer Freund.

Mit Lutinus...ihr erinnert euch?...der undichte Wasserkessel...ständig nasses Höschen...

Mit Utrogest...Durchschlafen, kein Schwindelgefühl mehr...herrlich. Es sabbelt zwar immer noch, aber im Vergleich zu Lutinus ist Utrogest der absolute Gewinner.

Da muss ich erst 13 ISCI's mitmachen um zu merken, dass teuer nicht immer gut ist. Ich hoffe mal, dass es mindestens genauso gut auf meinen Progesteronspiegel Einfluss nimmt wie Lutinus.

Ich habe soeben die letzten zwei Utrogest "versenkt" und warte ab jetzt mal wieder auf meine Blutung. Warten...Warten....Warten...wenn ich eines gelernt habe, im Laufe der letzten sieben Jahre, dann ist das Warten!

Mir geht es gut dabei. Ich hatte gestern einen kleinen Kaufrausch. Als ich am Abend meine Beute betrachtet habe, musste ich feststellen, dass sie äußerst farbenfroh ausgefallen ist. Das muss doch ein gutes Zeichen sein, oder?

Liebe Grüsse
Eure Hanni, mit neuer Handtasche


Sonntag, 26. Januar 2014

Lebensgeschichten #9


Hallo miteinander,

ich habe damals meine "Sammelaktion" für Lebensgeschichten gestartet, um mich nicht in meiner eigenen Geschichte zu verirren.... um zu zeigen, dass das Leben ganz viele Geschichten schreibt... um Mut zu machen... um zu zeigen, dass man nicht alleine auf der Welt ist.

Ich war ganz erfreut, dass ich nicht ins Leere gerufen habe. Ihr habt mir eure Geschichten geschickt  und ihr habt meine Idee mit Leben gefüllt. Vielen lieben Dank dafür. So langsam gehen sie mir aus, die Geschichten, die das Leben schreibt. Wer also bisher gezögert hat oder meinte, seine Geschichte sei nicht wichtig...seid mutig, schreibt mir, macht anderen Mut.

Hier kommt die Geschichte von einspluseins...

Liebe Hanni,
nun kommt meine Geschichte:

Ich war die Erstgeborene, in der ganzen Familie – das muss eine unglaubliche Faszination ausgelöst haben, aber als Baby merkt man sowas ja bekanntlich nicht. Dann kam meine Schwester, als ich zwei Jahre alt war. Ich war hin & weg, habe jeden Tag „Mama“ gespielt und sie sofort in mein Herz gelassen. Weitere vier Jahre später folgte mein demzufolge sechs Jahre jüngerer Bruder – das gleiche Spiel wie bei meiner Schwester, scheinbar hatte ich schon als kleines Mädchen so viel Liebe zu geben. Die Jahre vergingen, wir hatten eine glückliche, schöne Kindheit voller Geborgenheit und Liebe. Dann wurden wir zu Teenies, meine Schwester verwickelte sich immer mehr in Lügen und wurde dabei irgendwie immer hübscher. Sie war kleiner als ich, schlanker und wunderschön – sie wickelte die Leute trotz Lügerei mühelos um den Finger.

Schon bald fühlte ich mich minderwertig, ich wurde in der Schule gemobbt und Sätze wie „Deine
Schwester ist ja so viel hübscher als du“ und „Dir helfen auch schöne Klamotten nicht mehr“ lagen an der Tagesordnung. Ich nahm eine Bahn früher zur Schule aus Angst vor den Mitfahrenden aus unserem Stadtteil. Ich versuchte, abzunehmen, doch es gelang mir nicht. Außerdem schielte ich manchmal (mit fünf Jahren wurde ich operiert, vorher habe ich massiv geschielt) und den Sinn für Mode hatte ich auch nicht. Ich begann, in Kaufhäusern Schmuck zu klauen und zog mich immer mehr in die virtuelle Welt des Chattens zurück – belog meine Eltern, um mich mit Jungs aus dem Chat zu treffen. Verliebte mich in einen dieser Jungs. Sein Vater starb kurz darauf, ich tat alles um ihm zu helfen – aber wir waren so jung, das war zu viel für unsere Beziehung. Nach vielen Höhen und Tiefen wurde die Beziehung zu meiner Schwester glücklicherweise besser, und ist heute eine großartige Freundschaft wie es sie nur unter Geschwistern gibt.

Als junge Erwachsene, so mit 16, gelang es endlich: 15 Kilo Gewicht verlor ich, verliebte mich in meinen damaligen besten Freund und wir wurden ein Paar – zuvor war ich in einer stabilen und guten Beziehung, in der ich viele erste Erfahrungen sammelte, dass ich diese aufgegeben habe, würde ich noch bereuen – zu mal ich meinem damaligen Freund aus heiterem Himmel das Herz brach. Nun gut.. gutaussehend waren wir zusammen. Glücklich. Bis er mich mit einer anderen betrog. Sofort war ein anderer Mann zu Stelle (das Interesse der Männer galt nun auch endlich mal mir, das genoss ich sehr) und tröstete mich, wir wurden ein Paar (er war 27, ich 17) – natürlich war diese Beziehung von Anfang an zum scheitern verurteilt, aber sie machte mich stark, hatte ich doch einen so viel älteren Freund, und ich liebte ihn wirklich, dachte ich jedenfalls. Es kam, wie es musste, und mein Ex-Freund gewann mich zurück – es begann ein wahrer Alptraum. Das nach außen hin perfekte Paar war alles andere als perfekt, immer wieder kam es zu Handgreiflichkeiten. So kam die verhängnisvolle Nacht, als er mich schlug und über den Küchenboden schleifte um mich dann, um 2 Uhr Nachts, vor die Tür zu setzen. Mein Herz war gebrochen.

Ich zog jedes Wochenende um die Häuser und bemerkte, dass ich gut bei den Männern ankam. Ja, ich hatte mich mal wieder in einen dieser Männer verliebt. Er war charmant, und ich klammerte gleich zu Beginn. Es ging mächtig in die Hose und so fuhr ich in eine andere Stadt, 300 km weiter südlich, um mit Bekannten zu feiern. Von Männern wollte ich nichts wissen, ich hatte die Nase gestrichen voll. Doch auf dieser Feier lernte ich meinen Mann kennen. Diesmal war ich zurückhaltend, hatte kein echtes Interesse und wollte auch meinen Namen nicht rausrücken. Er blieb hartnäckig und besuchte mich 3 Wochen später... es wurde dann doch mehr daraus und wir führten 2,5 lange Jahre eine Fernbeziehung. Dann bekam er einen Job in „meiner“ Stadt und kam zu mir. Wir suchten eine größere Wohnung und 2011 kam der Kinderwunsch auf – diese Geschichte meines Lebens kennt ihr ja. Inzwischen sind wir verheiratet und leben gemeinsam glücklich und zufrieden auf 120m² - mit Garten und Katze. Nur das Kind, das fehlt noch immer.

Liebe Grüße
einspluseins

Liebe Einspluseins,

die liebe Liebe hat schon so manchen auf Irrwege geführt. Ich freue mich für dich, dass du deinen Platz gefunden hast. Und das Tüpfelchen auf dem i, das wird schon noch kommen. Nur Geduld, meine Liebe, nur Geduld.

Deine Hanni


Donnerstag, 23. Januar 2014

Schlüpfrige Details einer Kinderwunschbehandlung


Ja...eine Kinderwunschbehandlung geht nicht nur an die psychische Substanz. 

Ich weiß ja nicht, wie es anderen Abkürzungsdamen geht… Wer hat eigentlich dieses absurde Wort in die Welt gesetzt? Abkürzungsdamen? Ich komme mir nicht vor, als ob ich eine Abkürzung nehme… Ich bin eher die „Ne Ne Ne…ich nehme nicht die Abkürzung, das führt in Horrorfilmen immer ins Desaster…ich fahre lieber außenherum“ Frau…

Oh...ich bin kurz abgeschweift....nochmal von vorne...
Ich weiß ja nicht, wie es anderen, ich nenne sie mal, Umwegsfrauen geht. Ich habe jedenfalls zu jedem Medikament nicht nur die gewünschten Wirkungen zu bieten. Nein, ich darf zusätzlich noch ein paar Nebenwirkungen mitnehmen. 

Zum Beispiel Clomifen. Spätestens nach drei Tagen sehe ich morgens alles doppelt. So ähnlich wie wenn die USS Enterprise in Warpgeschwindigkeit durchs Schlafzimmer fliegen würde. 

Oder Menogon. Davon werde ich so müde und bekomme nachts Hitzewallungen.

Cetrotide oder Orgalutran? Lieber Cetrotide, davon bekomme ich keinen dicken roten Fleck um die Einstichstelle. 

Brevactid oder Ovitrelle? Lieber Brevactid, da kann ich mir schönere Nadeln aussuchen.

Brechen muss ich übrigens von allen Medikamenten. Aber am ekelhaftesten ist einfach Lutinus. Mir wird nicht nur schwindlig davon...Achtung, jetzt wird es schlüpfrig im wahrsten Sinne des Wortes... Ich laufe aus wie ein undichter Wasserkessel. Sorry, für diese Details. Aber dies ist ein Kinderwunschblog und da gehört sowas halt auch dazu.

Aktuell ist es bei mir so, dass ich zwei Mal täglich diese Vaginaltabletten "zu mir nehme". Das ist für mich nur die halbe Dosis wie nach einem geglückten Transfer. Und bei jedem Schritt habe ich ständig diesen Medikamentenbrei im Höschen. Nachts im Liegen ist es besonders unangenehm. Ab morgen nehme ich Utrogest. Das hatte ich noch nie. Ich bin mal darauf gespannt, ob es genauso wie Lutinus sabbelt.

Warum ich das erzähle? Eigentlich möchte ich gerne mal wissen, wie es anderen so ergeht. Mir machen diese Nebenwirkungen nicht wirklich etwas aus, aber sie halten mir täglich vor Augen, dass diese Medikamente einfach keine harmlosen Hausmittelchen sind.

Wie geht ihr damit um?

Viele Grüsse
Eure Hanni, der es inzwischen wieder ganz gut geht






Samstag, 18. Januar 2014

ICSI Nr. 13


Nochmal von Anfang an. Die Ereignisse haben sich ja die letzten Tage überschlagen.

Ich bin wie üblich nach meiner Einnahme von Clomifen nach fünf Tagen zum Ultraschall. Ich war sehr nervös, weil ich Angst hatte, leer zu bleiben. Aber ich sollte belohnt werden. Ein wunderschönes Ei von 14,5 mm zeigte sich rechts. Links auch noch ein Miniei. Super, endlich wieder ein normaler Zyklus.

Die erste Enttäuschung kam gleich, weil mein LH schon wieder rapide in die Höhe schoss. Es war Donnerstag und ich hatte keine grosse Auswahl. Pokerspiel...Entweder wie immer versuchen, eine Downregulierung zu machen. Fraglich, ob die überhaupt anschlägt, weil sie das bei mir meist nicht tut. Oder versuchen mit Brevactid noch eine letzte Reifung zu erzielen und eine schnelle Punktion wagen. Wir haben uns für letzteres entschieden. Bis Montag hätte ich bei den Werten das Ei nicht halten können und die letzte Chance auf Punktion war Freitag.

Also Augen zu und durch. Jedes Ei verdient bei mir eine Chance. Ich kann es mir nicht mehr leisten, einen Zyklus auszulassen. Leider konnte Schatz nicht am Freitag so plötzlich frei machen...oder ja, es wäre schon gegangen, aber ich wollte nicht, dass er seinen Kollege aus dem Urlaub zurückpfeift. Also bin ich alleine in die KIWU. Ich brauche ihn ja nicht wirklich dazu, da wir sowieso nur Kryo-Sperma haben.

Und da ich ganz mutig war, habe ich mich entschlossen, auch auf Narkose zu verzichten. Ich war sozusagen live bei meiner Punktion dabei. Macht das bitte nicht, wenn ihr mehr als ein Ei habt. Bei einer Eizelle lässt es sich aushalten, aber ich glaube, bei mehr würde ich doch lieber schlafen. Mit der richtigen Atemtechnik...immer schön hecheln...lassen sich die Schmerzen aushalten. Fühlt sich an wie ein heißer, heftiger, brennender, anhaltender Schmerz bei jeder Spülung. Mehrere Spülungen wurden gemacht, bis nur noch Spülflüssigkeit kam. Dann noch Schmerzzäpfchen in Po und fertig.

Der Biologe hat ein Miniei gefunden. Doch leider war es nicht reif und ist ein paar Stunden später schon gestorben. Ich würde jetzt nicht sagen, dass die ganze Aktion umsonst war. Ein Versuch war es allemal wert. Aber eben Hanni-typisch mal wieder verkackt.

Es ist rechts und links je ein kleines Ei auf dem Schall zu sehen gewesen. Also wagen wir im nächsten Zyklus gleich einen weiteren Versuch. Ich nehme nun 12 Tage lang Lutinus bzw. Utrogest vaginal und dann sollte meine Blutung einsetzen.

Als ich im Umkleideraum war, kam eine "Leidensgenossin", die vor mir ihre Punktion hatte, um sich umzuziehen. Wir kamen ins Gespräch und sie fragte mich, wo bei uns die Probleme liegen. Als ich so mitten drinnen war, unsere Baustellen aufzuzählen, kam ich mir plötzlich so unendlich dumm vor. Eigentlich arbeitet jeder Teil meines Körpers gegen mich und ich klammere mich trotzdem an die Hoffnung, eines Tages Mama zu sein. Es kam mir auf einmal so aussichtslos vor.

Kralle ich mich an diesen Wunsch, noch einen Transfer hinzubekommen, nur noch, um Abschied zu nehmen oder möchte ich tatsächlich schwanger werden? Ich glaube, beides trifft auf mich zu. Ich möchte Mama sein. Aber ich kann auch damit abschliessen, wenn ich das Gefühl habe, wirklich alles getan zu haben.

Doch so weit sind wir noch nicht. Es besteht noch Hoffnung. Meine Eierstöcke sind noch nicht tot. Ich habe gestern weinen müssen...ausgiebig...ins Telefon...per WhatsApp...in die Arme meines Mannes. Das reicht.

Liebe Grüße
Eure schon noch ein bisschen traurige Hanni

Freitag, 17. Januar 2014

Aus und vorbei...


Gerade kam der Anruf. Mein Ei ist tot. Ein Versuch war es wert doch die Tränen laufen trotzdem.

Eure tottraurige
Hanni

Nicht zu viel Hoffnung...


... soll ich mir machen. Sagte man soeben zu mir und die Gesichter waren betrübt.

Mein Ei konnte punktiert werden, aber es ist noch zu klein. Wenn es bis morgen überlebt, bin ich wieder im Rennen. Ansonsten... War's das mal wieder.

Ich mag jetzt nicht viel schreiben. Ich verschiebe das auch auf morgen und vergrabe mich für heute erstmal.

Eure
Hanni


Donnerstag, 16. Januar 2014

Ich bin wieder im Rennen...



...nur diesmal mit Turbogang.

Beim Ultraschall zeigte sich rechts ein wunderschönes Ei. Ich habe gejubelt und mein Doc war entzückt und hochzufrieden. Der Plan war... richtig gelesen "war", bis Samstag gar nichts zu machen, da alles so hübsch aussieht, Samstag nochmal schnell schauen und dann auslösen für Punktion am Montag.

Ich fahre also hocherfreut ins Geschäft und gönne mir sogar noch fünf Minuten frische Luft und genieße den schönen Fernblick auf die Alpen. Das Hochgefühl hat genau zwei Stunden angehalten. Dann bimmelte das Handy.

Mmmmhhhhh.... Meine Blutwerte geben Gas und meine Hormone machen den Körper bereit für den Eisprung. Bis Montag werde ich mein Ei nicht halten können. Downregulierung kann man bei mir bekanntlich vergessen, also habe ich nur eine Wahl, wenn ich mein Ei retten möchte. Dazu habe ich mir schnell eine Ampulle Brevactid gespritzt, das hatte ich noch Zuhause. Und wir werden morgen schon eine Punktion wagen. Am Zyklustag 9. Ich hatte schon einmal so früh eine Punktion. Am Zyklustag 10, und dann war ich schwanger mit Floh.

Es kann passieren, dass mein Ei noch gar nicht reif ist oder dass bei der Punktion das Ei an der Eibläschenwand kleben bleibt, weil die 36 Stunden zwischen Brevactid und Punktion nicht eingehalten werden. Aber es ist eine Chance...

... Also wie immer... Es bleibt spannend.

Eure Hanni
MIT Ei