Sonntag, 11. Juni 2017

Jetzt ist der Ofen aus


Tja, was soll ich sagen. Mein Doc war etwas verblüfft, als er meine Hormonwerte bekommen hat. Mein Östrogen liegt unter 0,5 und mein FSH bei 158. Alle anderen Werte sind unauffällig. Kein Schilddrüsenproblem und die Nebennieren tun auch ihren Dienst. Ich habe die Wechseljahre ausgelassen und bin gleich in die Menopause gehüpft. Sozusagen im Zeitraffer... Schwanger... Stillen... Menopause...

Puh. Im ersten Moment dachte ich "oje, jetzt bin ich offiziell alt, so da unten rum". Bei weiterer Betrachtung fühle ich mich aber eher befreit. Keine Erdbeerwochen, kein Zyklustagezählen, keine Verhütung. Einen kurzen Moment war ich traurig, dass ich nun nicht mehr "zufällig" schwanger werden könnte. Wobei mich das auch gleich wieder sarkastisch schmunzeln lies... hahaha... ich... zufällig... schwanger.... hahaha. Ich war so gerne schwanger. Und ich habe zwei wundervolle Wunderkinder bekommen. Dafür bin ich unendlich dankbar.

So wie sich bei mir die Fruchtbarkeit verabschiedet hat, möchte ich mich nun auch von euch verabschieden. Ich habe beschlossen, dass dies mein letzter Beitrag werden wird. Mein Blog wird stillgelegt. Was nicht bedeutet, dass ich nicht mehr da bin. Mein... unser... Kinderwunschweg war lang und steinig. Wir hatten kleine Zwischenhochs und tiefe dunkle Tiefs. Am Ende meines Weges durfte ich unsere
Königswunderkinder im Arm halten. Zart, zerbrechlich, gesund und stark. So sind sie auch noch heute. Zart und stark.

Durch sie werde ich immer wieder daran erinnert, dass es leider nicht die normalste Sache der Welt ist. So zart eine Schwangerschaft am Anfang ist... so stark müssen manche aber auch sein, um dieses kleine zerbrechliche Wesen unter dem Herzen tragen zu dürfen. Darum möchte ich immer ein offenes Ohr für euch da draußen haben. Ich weiß, wie schwer gerade der Beginn einer Behandlung sein kann. Ich weiß, welches Gefühlschaos entsteht, wenn etwas nicht so läuft wie der Plan es vorsieht. Leider sind wir alle keine Maschinen. Unser Körper macht was er will. Ich weiß, wie man manchmal in der Luft hängt...zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Und ich weiß auch, wie schwer es ist, darüber zu reden.

Meine Bitte an euch Leser:
Schreibt mir, wenn euch danach ist. Egal wie alt dieser Beitrag irgendwann mal sein wird. Mein Emailpostfach wird regelmäßig angesehen. Ihr seid nicht allein. Ich höre zu. Versprochen!
Pinkiundbrain244@gmail.com

Aber jetzt ist es Zeit für mich zu sagen:

Am Ende wird alles gut...und wenn nicht, dann ist es noch nicht das Ende!

Egal wie für jeden von uns dieses Ende sein wird, irgendwann kommt alles ins Gleichgewicht. Ich drücke euch ganz fest und verkneif mir mal schnell ein Tränchen...

Eure Hanni mit
Klein-Hanni und Manni und natürlich auch mit Schatz (der übrigens seit 01.06. wieder arbeitet und Spaß dabei hat)


Donnerstag, 20. April 2017

Zyklustag 158

Ja richtig... heute vergeht Zyklustag 158. Eigentlich vermisse ich die regelmäßigen Erdbeertage nicht. Trotzdem habe ich mir heute einen Termin beim Frauenarzt geben lassen.

Mir war bewusst, dass ich nach meiner Schwangerschaft recht schnell in die Wechseljahre kommen werde. Aber dass die Blutungen von jetzt auf gleich aufhören, habe ich nicht erwartet. Ich dachte eher, die schleichen sich so langsam davon. Und nein... hier geschieht gerade kein weiteres Wunder. Ich bin definitiv NICHT schwanger. Ich hätte nichts dagegen, nochmal schwanger zu werden. Die Realität sieht aber so aus, dass ich dieses Jahr ... aaaaahhhhhh.... 45 Jahre alt werde. Und mit meiner Vorgeschichte... ja, ich weiß, es gibt diese Geschichten... ich kenne selbst persönlich solche Glückskinder... Aber nein. Ich bin durch mit Kinderwunsch und Kindersegen. Ich habe meine zwei Wunder schon bekommen. So, nun sitze ich eben hier und mache mir Gedanken über die Zeit nach der Fruchtbarkeit.

Es hören ja nicht einfach nur die Blutungen auf. Ich ziehe mich auch ständig aus und wieder an und wieder aus und wieder an und wieder aus... Diese ewigen Hitzewallungen sind echt lästig. Da muss ich mich echt zusammennehmen, dass ich dabei gelassen bleibe und mir nicht alle Kleider vom Leib reiße. Und was ich noch viel schlimmer finde; ich, die (meist) gelassene Hanni verwandelt sich manchmal in ein Monster. Ich merke, wie sich in mir eine Wut aufbaut, die sich schwer bändigen lässt. Da kann es sein, dass ich austicke wegen, ja wegen was eigentlich? Nix und wieder nix... Und das liegt nicht an Stress oder ähnlichem. Es fühlt sich anders an. Es kommt so plötzlich, dass ich mir fremd vorkomme. Als ob ich nicht als ich reagiere, sondern als ob in mir jemand anderes schlummert, eben dieses besagte Monster. Und genau das möchte ich nicht. Sobald ich merke, dass das Monster hallo sagt, atme ich ganz tief und sage mir "Beruhige dich! Alles gut! Es sind nur die Hormone!".

Oh man... irgendwie hat man als Frau doch ständig ein Heck-Meck mit den Hormonen. Ich werde berichten, wie es weitergeht.

Liebe Grüße
eure Hanni

Donnerstag, 30. März 2017

Die blaue Thermoskanne


Kennt ihr das? Irgendetwas löst plötzlich eine Erinnerung oder ein Gefühl aus. Es schießt regelrecht ein elektrisierendes Kribbeln durch den ganzen Körper.

Ich trinke gerade zu wenig...mein obligatorisches Apfelsaftschorle macht mich einfach nicht mehr an. Da habe ich beschlossen, wieder täglich eine Kanne Tee zu trinken. Kräuterteemischungen... Pfefferminze... Melisse... Hagebutte... Kümmel, Fenchel, Anis... So viele Möglichkeiten bieten Abwechslung im täglichen Trinkeinerlei.

Also habe ich meine Thermoskanne aus dem Schrank gekramt und mir eine Kanne Kräutertee gemacht. Plötzlich ist es mir ganz heiß geworden. Ich habe zu Beginn meiner Kinderwunschbehandlungszeit damit begonnen, täglich mit genau dieser Kanne Tee zu trinken. Ich kam mir plötzlich wieder vor wie damals. Unsicherheit mit freudiger Erwartung gepaart mit vielen Tränen und vielen Spritzen und Tabletten und Nebenwirkungen und kleine Zwischenhochs und -tiefs und immer eine Tasse Tee vor mir. Das war wie eine Reise mit der Zeitmaschine.

Dieser Zeitabschnitt hat sich in mir tief verankert und lässt sich nicht einfach wegdenken. Man vergisst vielleicht im Laufe der Zeit die Namen der Medikamente aber die Gefühle zu dieser Zeit werde ich wohl immer bei mir tragen. Da tief drinnen. Diese Zeit hat mir vieles gegeben. Nicht nur meine zwei süßen Königskinder... Nein, ich bin auf dem Kinderwunschweg auch mir selbst begegnet. So viele Gefühle, die es zu verarbeiten galt, haben mich gezwungen, mich wirklich intensiv mit mir als Person auseinander zu setzen. Die Hanni, die daraus geworden ist, die mag ich ganz gerne.

Da seht ihr mal, was so eine blaue Thermoskanne alles in Gang bringt.

Bei meinem Mann gibt es leider noch nichts neues zu berichten. Der erste Monat Arbeitslosigkeit ist bereits verstrichen ohne nennenswerte Vorstellungsgespräche. Ich arbeite gerade regelmäßig drei Nachmittage die Woche und habe großen Spaß daran. Ich habe auch wieder die Steuerbescheidprüfung im Büro übernommen und bin dadurch wieder richtig nahe an den Fällen dran. Auch wenn alle sagen, das sei eine undankbare Aufgabe... ich mache es gerne.

Ja... eben... apropo Steuerbescheide... eigentlich sollte ich ja arbeiten. Die Zwerge schlafen noch (übrigens blöde Sommerzeit, unser ganzer Rhythmus ist am A*sch)... Aber die blaue Kanne hat mich wieder träumen lassen. Jetzt aber ran an den Speck...

Liebe Grüße
Eure Hanni

Freitag, 17. März 2017

Gibt es ein Glückskontingent?

Gibt es so etwas? So eine vorbestimmte Glücksmenge, die man im Leben erhält? Vielleicht. Vielleicht haben wir, als unser größtes Wunder wahr wurde, dieses Kontingent auf einen Schlag leer geräumt.

Ach ich bin einfach gefrustet. Und mein Mann auch. Trotz des überaus vielversprechenden Gesprächs wurde die Wunschstelle bei der Wunschfirma intern vergeben und wir haben heute die Absage bekommen.

Jetzt müssen wir wieder von vorne beginnen. Arbeitslosengeld... Arbeitsamt... Bewerbungen... Gespräche... Bangen... Absagen hinnehmen... Es könnte alles so schön sein, wenn das blöde doofe Geld nicht wäre.

Ok, wie hieß es bereits zu Kinderwunschzeiten? Hinfallen, liegenbleiben, Krone richten und weiter geht's. Ich weiß ja... wir sind gesund, die Kinder sind gesund und herzallerliebst, Geld ist nicht alles, die Welt ist schön...

Morgen wieder. Heute wollen wir noch etwas traurig sein. Und gefrustet, und sauer, und mies drauf und ach... der Tag ist hoffentlich bald vorbei.

Eure Hanni

Freitag, 17. Februar 2017

Kann mal jemand sagen "Alles wird gut...?"


Ach Mist... das Neue Jahr startet mit schlechten Neuigkeiten. Meinem Mann wurde gekündigt.

Im ersten Moment wieder mal "Ach scheiß". Auf den zweiten Blick gar nicht so schlimm, da er in der Firma nie wirklich angekommen ist und aus eigenem Antrieb schon nach was Neuem gesucht hat. Er hatte auch bereits ein vielversprechendes Gespräch. Schöner wäre es natürlich gewesen, den arroganten Schnöseln dort selbst die Kündigung hinzulegen und entspannt was Neues zu beginnen. Aber jetzt sitzen wir hier und warten auf das letzte entscheidende Date mit dem Oberboss von der Wunschfirma. Oh man... dass das alles immer so aufregend sein muss. Nunja, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, haben wir gelernt. Es bleibt einem nur, cool zu bleiben und zu denken, dass alles irgendwo einen Sinn hat.

Ich habe zu Weihnachten einen Kalender mit biblischen Versen geschenkt bekommen. Diesen Monat steht dort: "Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertraue auf ihn!" Psalm 37,5 Ein Zeichen? Ich bin eigentlich nicht wirklich christlich. Wenn man mich fragen würde, ob ich an Gott glaube, könnte ich nicht spontan antworten. Weder ein eindeutiges Ja noch ein deutliches Nein. Im Laufe meines Lebens bin ich immer wieder mal in eine Sinnkrise gefallen. Ich habe mich, mein Leben und "meinen Sinn" überdacht und hinterfragt. Keine Ahnung warum ich das immer wieder mache. Ich habe allerdings das Gefühl, mich dadurch weiter zu entwickeln. Irgendwie reifer zu werden. Manchmal spreche ich dabei mit mir selbst und bei ganz schweren Entscheidungen bete ich tatsächlich. Aber Gott? Wenn ich nicht glauben würde, bräuchte ich ja auch nicht beten? Ich beschäftige mich vermutlich mehr mit Wissen statt zu Glauben.

Jedenfalls glaube ich daran, dass es Werte gibt, die fest zu meinem Leben gehören. Liebe und Respekt zum Beispiel. Und ich versuche das auch meinen Kindern beizubringen. Daher ist Gott tatsächlich inzwischen Thema bei uns. Wir beten jeden Abend "Müde bin ich, geh´ zur Ruh ..." Die Kids finden es toll und können es schon fast auswendig. Manchmal darf ich gar nichts sagen, da heißt es nur "alleine beten". Zum einen beruhigen diese Worte die Kinder. Einmal tief durchatmen und beten und schon herrscht eine entspannte Atmosphäre. Und zum anderen finde ich es schön, den Kindern den Glauben an das Gute weiterzugeben.

Ach, das ist schon schwer. Was bringe ich den Kindern bei? Ellenbogen raus sonst geht ihr unter in unserer ich-bezogenen Gesellschaft? Oder eher Diplomatie? Bei Zwei-Jährigen? "So Manni... Diskutiere doch in der Krabbelgruppe erst mal darüber, warum der Rüpeljunge dir das Spielzeug wegnimmt und versucht eine Lösung zu finden!" Ja klar, kein Problem. Haha!? Ich bringe meinen Kindern bei, dass man Spielzeug nicht einfach aus der Hand des anderen klaut sondern versucht zu tauschen... und in der Krabbelgruppe steht mein kleiner Mann ständig da und weint, weil hier wohl niemand tauschen lernt sondern nur wegnehmen. Wie wird das erst im Kindergarten und uuuuaaaahhh in der Schule?

Die Kinder sind uns nur vorübergehend anvertraut. In dieser Zeit ist es unsere Aufgabe, ihnen ein Nest zu geben und ihnen zu helfen, dass die Flügel wachsen. Fliegen müssen sie dann schon selbst. Aber bis dahin werde ich mein bestes geben und sie tausend mal am Tag knuddeln und liebhaben...

Bis bald mal
Eure Hanni

PS: Was macht ihr denn, wenn euren Kindern "Rüpelkinder" begegnen?




Freitag, 30. Dezember 2016

Ade.. Good Bye..

und Tschüss...

So könnte ich gerade 2016 beschreiben. Ich blicke am Jahresende ja gerne mal zurück. Und bei genauerer Betrachtung war 2016 ein Jahr des Abschieds. Ich hatte keine dramatischen Abschiede, es ist ja niemand gestorben, der mir nahe stand. Aber den einen oder andern Abschied gab es trotzdem.

Ich habe mich zum Beispiel von meinem sauberen Haus verabschiedet. Ich sehe es inzwischen total gelassen, dass das totale Chaos herrscht. Ich putze schon, aber ich muss mich auch beeilen, die saubere Umgebung zu genießen. Denn der erste Keks lässt seine Krümel fallen, das Apfelschorle klebt am Boden, die Spielzeugkiste wird ausgeleert und seit Neuestem wird alles unter den Teppich geschoben. So laufe ich halt Slalom um die Spielsachen herum und kicke mir den Weg frei. Mein Vorratsraum gleicht einer Messiebude. Da kann ich nur noch vorwärts reinlaufen und muss rückwärts wieder raus. Irgendwann... ja irgendwann... wenn ich mal gaaanz viel Zeit habe... werde ich aufräumen.. Aber das kann, glaube ich, noch dauern. Vorher nehme ich mir die Zeit und rasiere meine Beine und den Retrobüschel.

Zeitgleich habe ich mich von meinem Hang zum "ich muss überall 100 % geben" verabschiedet. Ich bin nicht Superwoman. Ich glaube zwar, manchmal bin ich es wirklich, aber das Gefühl hält meist nicht lange an. Ich gebe mein bestes als Mama, Ehefrau, Putzfrau und Steuerfachangestellte. Aber hey... ich bin auch ich... und ich liege auch mal ab 21 Uhr einfach nur gerne auf dem Sofa.

Ein großer Abschied war der Abschied vom Stillen. Ein großes Stück Selbständigkeit für die Kinder und für mich ein kleines Stückchen neue Freiheit. Die Kinder schlafen inzwischen echt gut und somit kommt auch für mich wieder etwas mehr ICH zurück. Ich habe gerne gestillt. Aber zum Glück sind meine Kinder Kuschelkinder und somit vermisse ich es nicht zu sehr.

Und momentan sage ich auch Good Bye zu meiner Erdbeerwoche, Blutung, Periode oder wie auch immer dieses Ding hieß. Nein, schwanger bin ich nicht, aber ich würde sagen...mitten drinnen in den Wechseljahren. Bääähhh.... Zyklustag 48... nichts deutet auf eine bevorstehende Blutung hin. Und das eindeutigste Zeichen sind wohl die furchtbaren Hitzewallungen. Puh... da zündet jemand von einer Sekunde auf die andere ein Höllenfeuer in mir an. Ich glühe bis unter die Kopfhaut für ein oder zwei Minuten und sitze dann mit stinkenden, feuchten Achseln da und kann mich selbst nicht leiden. Und das soll die nächsten JAHRE so sein? Igitt!

Nunja...liebes 2016. Alles in allem warst du ein gutes Jahr und ich habe dich gerne gehabt. Ich sage nun Ade... Good Bye... und Tschüss zu dir. 2017 steht vor der Tür und ich bin gespannt, was das neue Jahr wohl bringen mag.

Auch euch da draußen sage ich "Heute ist nicht aller Tage - ich komm wieder, keine Frage!". Ich wünsche Euch einen super Start in ein glückliches Neues Jahr...

Ade... Good Bye...  und Tschüss
Eure Hanni

Samstag, 17. Dezember 2016

Lebensgeschichten...


Vor unglaublichen DREI Jahren startete ich einen Aufruf. Ich steckte ziemlich fest in einem dunklen Loch. Bereits zwölf ICSI-Anläufe waren gescheitert. Aber ich rappelte mich wieder auf. Ich besann mich darauf, dass das Leben viele Geschichten schreibt. Und ich wollte sie kennen lernen, diese Geschichten. Lest selbst...

http://hanniswunschkind.blogspot.de/2013/12/geschichtensammlerin.html

Mir hat das damals sehr geholfen. Es zeigte mir, dass auch andere etwas zu erzählen haben. Und es hatten viele etwas zu erzählen. Manche Geschichten durfte ich veröffentlichen, manche waren nur für mich.

Und nun...drei Jahre nach meinem Aufruf erhielt ich vor kurzem eine weitere Lebensgeschichte. Ich habe mich darüber sehr gefreut. Diese Geschichte steht für so viele Geschichten im Kinderwunschkarusell. Sie erzählt vom Hoffen und Scheitern und vom Hinfallen und Weiterlaufen. Darum habe ich gefragt, ob ich sie veröffentlichen darf.

Hier ist sie...

...Vielleicht fragst Du, warum ich schreibe. Du hattest doch mal geschrieben, dass Dich Lebensgeschichten interessieren.. ja & hier ist meine auch wenn sie noch nicht ganz so spektakulär ist wie manch andere.


Ich bin Lotte, mittlerweile nicht mehr die Frischeste, denn ich werde diese Woche schon 43 urghh*, aber im Inneren noch forever Young (ja ich weiß, DASS interessiert den Körper nicht
wirklich)



Februar 2013 lernte ich meinen jetztigen Partner erst kennen (nach zuvor 3 langjährigen Beziehungen) & es war relativ schnell klar dass er mein Deckelchen ist.
2014 kam bereits der Kinderwunsch. Na klar – ganz normal auf dem Wege wo es noch richtig Spaß macht & ja auch ich habe jedes Mal danach gedacht „jetzt hat´s geklappt“ & jeden Monatsende wurden wir wieder enttäuscht.

Da ich bereits die 40 überschritten hatte ging es realtiv schnell zur Frauenärztin.


Mai 2015 folgte eine Bauchspieglung mit dem Befund „linker Eileiter zu“ *BÄÄÄÄM*
Ich dachte dann natürlich, von 12 möglichen Eisprüngen im Jahr, werden vielleicht nur noch 6 Follikel im rechten Eierstock wachsen, davon spingen vielleicht nur noch 3 WENN überhaupt & dann noch die Hürde OB sich überhaupt ein Ei im Follikel befindet*autsch*...ja & der Rest mit Ei trifft Spermium, Spremium kann eindringen, teilen etc.. lass ich mal außen vor..

Ok, nach vielen Internet Recherchen weiß ich heute auch, das die Eierstöcke sich nur im Normalfall so verhalten „eins link, eins rechts“, ABER was ist denn schon normal?? Welcher Eierstock bei mir das Zepter übernommen hat, dazu später…


Ich hatte noch sämtliche Test „Toxoplasmose“, als stolze Katzenbesitzerin ist dies wichtig J, der übrigens negativ ausfiel… ich frage mich jetzt noch wie das sein kann?? Eigentlich machte ich jeher alles wobei man dies hätte bekommen müssen – ABER OK, keine Antikörper. (Auch mal schön was nicht zu haben)

Schilddrüse, Röteln & Masern, AGS mit Salzverslust (mein Neffe hat diesen Gendefekt & somit musste das vorher ausgegrenzt werden).. alles super, alles gut..

Juli 2015 - 1. Überweisung Kinderwunschklinik. (Offenbach).
Juli 2015 – 1. Gespräch, ich hatte das Gefühl gut aufgehoben zu sein. – (..es folgten die übelichen Tests).
August 2015 - 2. Gespräch, Übergabe der Rezepte & sie sagte bei der nächsten Periode geht´s los.. WIE? ..nächste Periode würde schon in 2 Tagen einsetzen *Schreck, es wurde ernst*. Das war mir eindeutig zu schnell, ich sagte ich würde erst im September anfangen wollen.



September 2015 - gesagt, getan… wenn da nicht… ja ich kann es bis heute noch nicht glauben.. ich eine Woche später einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. *Wunder geschehen, ich war dabei…*

Es war unbegreiflich.. für mich heute noch unfassbar, als ob mein Körper sagte „hey das schaffen wir allein – ohne Klinik“.

Wahrscheinlich war es wirklich so das meine Anspannung von mir abfiel als ich das Thema „Kinderwunsch“ in die Hände der Klinik übergab & mir dachte „so & nun kümmert ihr euch mal drum“.



Alles war super, alles verlief nach Plan an, HCG Werte & sämtliche Hormone, die man so brauchte, stiegen an.

3 x Blutabnahme & dann 6+4 der erste ersehnte Ultraschall, ich war sooooooo mega aufgeregt (wie im übrigen immer wenn ich die KIWU Praxis betrat)..
Da war es nun, in meinem Bauch, ein kleiner Krümel der dort schlummerte & sein Herzchen den Takt angab, so schnell wie ein Rennfahrer – ich werde dieses schlagende Herz niemals vergessen….

Beim 2. UL bei meiner FA sah ich kein Herz schlagen, aber sie sagte es ist alles gut wie es ist, es sieht super aus. Beim nächsten Termin würde ich den Mutterpass erhalten & verliess die Praxis bepackt mit Broschüren „alles rund um eine Schwangerschaft“



Es sollte so kommen wie es kam, wir fuhren in Urlaub & extra nur ins Allgäu, denn fliegen usw.. sollte man ja nicht.. als ich zum 3. UL am 30.09.2015 kam, schlug nichts mehr, der kleine Krümel hatte sich von uns verabschiedet

Aus, Vorbei, das war´s .. die Ausschabung folgte.. wie konnte es nur passieren, wie kann mein Körper solch ein Wunder abstoßen können, wie konnte so ein kräftiger Herzschlag nicht weiterschlagen wollen?? Fragen über Fragen, noch heute.. & das schlimmste ist der Gedanke das man irgendwas falsch gemacht hat & das immer wieder kommende Bild wie das kleine Herz auf dem Monior geschlagen hat…

..doch das Leben geht weiter & wenn ich Deine Jahre & Deine Momente lese,sage ich mir „Lotte, piens mal nicht rum“!


März 2016, die erste ICSI stand an.. welch Angst mir Spritzen in den Bauch zu jagen (die übrigens innerhalb 2 Tage aus Frankreich bei mir waren – mega Lob an diese Apotheke).

Und ja, wie Du schreibst – wie sehr FRAU sich auf ihre Periode freuen kann *gg*

Tag 2 – 3 => Fostimon 300 I.E.

Tag 4 => 1. UL (2 größere Follikel links, 2 kleine rechts)

Tag 4 & 5 => Fostimon 300 I.E.

Ab Tag 6 => Unterdrückung mt Orgalutran & weiterhin Fostimon

Usw.. alle Follikel entwickeln sich ganz gut, links besser wie rechts (LINKS meine Schokoladenseite laut der Ärztin, na suuuuuuuuuper, links ist der EILEITER zu *grummel*


Am Tag 9 auslösen mit Ovitrelle & der Punktionstermin steht fest *uff*
Punktion, man konnte 5 Eibläschen gewinnen.

Anruf Biologe, 2 waren zu weich, 2 konnten nicht befruchtet werden – 1 hat´s geschafft, Transfer in 2 Tagen.

Ich musste weinen, ich wusste gar nicht was auf mich zukommt - dachte sie holen die Eierchen & alle sind gut . Und natürlich haben wir sogar über evtl. Eisbärchen nachgedacht… Da kommen sie wieder Deine Zeilen „denkt nicht so viel vorher nach, es kommt immer anders..“

April 2016, Transfer eines 8-Zellers in A Qualität *wow*

Warteschleife mit Utrogest & 2 x Spritzen „Gonadotropine“ – HCG bildet sich ohne eine Schwangerschaft, super Sache!

April 2016, nach Plan, mein Körper funktioniert – nur nicht so wie wir es haben wollten – meine Periode setzt ein & das noch vor dem Bluttest



Das war´s.. aus der Traum von der 1. ICSI, alles vorbei & da wir Selbstzahler sind noch Rechnungen in Höhe von 4500 Euro.. wie war das? Bäääääääääääääääääm



Ach hatte ich erwähnt das ich mega Angst vor den Spritzen hatte? Die waren ja zucker im Gegensatz zu den Nebenwirkungen der Medis, ich war krank geschrieben & mir ging es richtig schlecht sodaß ich zwischenzeitlich dachte „ich kann nicht mehr“ & auch meine KUWU Ärztin fast abgebrochen hätte.. ABER was wir machen, ziehen wir auch durch!



Mai 2016, Gespräch KIWU Klinik – was war passiert? Gar nix, aber auch rein gar nix war passiert.. ich hatte noch nicht einmal einen nachweislichen HCG Wert beim Bluttest den ich noch machen musste. Nichts, es hatte sich noch nicht einmal eingenistet

Wir sagen wir nehmen uns etwas Zeit & würden uns in dieser Zeit um das Haus kümmern was wir noch nebenbei gekauft hatten.


August 2016 – nach langem überlegen ob oder ob nicht, der 2. Versuch.

Ich hatte sooooolche Angst vor den Medis sodaß ich nur noch 150 I.E. Fostimon bekam & dazu noch 150 I.E. Menopur (Menogon) damit ich auf meine 300 Einheiten kam. Das klappte super & mir ging es gut *hurra*



September 2016 - Blutabnahme, Zystenausschluss, Rezept & es ging los..

Tag 1 -4 => Fostimon, Menogon
1. Ultraschall => 1 Follikel mit 14mm *wie nur einer, hä?*

Tag 5 => Fostimon, Menogon

Ab Tag 6 – 7 => Orgalutran, Fostimon, Menogon

Tag 8 => Orgalutran – Ultraschall => 1 Follikel (19mm) & 4 Mini Follikel

Ich breche ab, für einen Follikel als Selbstzahler ist die Chance zu klein *Bääääääääääääm*
(Kosten => 1300 Euro)


..es war mal wieder der 30.09.2016 (am 30.09.2015 erfuhren wir das unser Krümel nicht mehr lebte)


Jedoch nach Anruf am Mittag aus der KIWU das erste Mal im Leben „ärztlich angeordnenter Geschlechtsverkehr“ – ja wer hat das schon
Wobei ich mir die Frage stellte für was? Also nicht das es mal wieder Zeit wurde, sondern der Follikel entwickelte sich ja prächtig in meinem SCHOKOLADEN-EIERSTOCK.. (klar, wenn ich Follikel wäre würde ich mich auch lieber in Schoki aalen als in dem vielleicht verlassenen, kalten & staubigen rechten Eierstock) … wie sollte das jemals ein Ei ans Ziel kommen? c

Ja das war es von meiner Seite.. ein Gespräch folge im Oktober 2016, vor kurzem also & die Ärzte müssen sich beraten wie es weiter geht, welche Medis genommen werden, ob wir beim nächsten Mal mit Nasesnspray arbeiten.. Oder gar der Vorschlag mit Tabletten Follikel zu züchten & dann Monat für Monat eine Punktion zu haben um mehrere Eier zu sammeln um die Chance beim befruchten + Transfer zu erhöhen.

Bis zum nächsten Versuch trage ich einfach einen Heilstein in meinem BH mit mir rum (meine Mum hat ihn mir aus dem Urlaub mitgebracht, echt süß). Zudem wurde ich ein Werbungs-Opfer & schlucke täglich ferile+f (ein Fruchtbarkeitspräperat auf pflanzlicher Basis) – was man nicht alles tut & auch zu glauben ALLES mögliche versucht zu haben!

...Lotte hat inzwischen ihren 43. Geburtstag gefeiert und steckt gerade mitten im 3. Versuch. Liebe Lotte, ich wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Kraft für deinen weiteren Weg...egal wohin er führen wird.

Allen meinen Lesern wünsche ich besinnliche Weihnachtsfeiertage. Besinnt euch auf die wichtigen Dinge im Leben und lasst euch nicht vom "Ich-muss-unbedingt-noch-Dies-und-Das-erledigen" verrückt machen.

Liebe Grüße
Eure Hanni