Samstag, 8. November 2014
Eine von den andern
Irgendwie war ich schon immer eine von den anderen. Erst war ich eine ohne Kinder unter lauter Mamis und nun bin ich eine Schwangere unter ungewollt Unschwangeren. Und in beiden Rollen ist es schwer, seinen Platz zu finden.
Früher, ganz viel früher, da war es einfach. Alle waren ohne Kind, ständig auf Achse, ungebunden und frei. Dann kam die Zeit, in der andere Kinder bekamen und ich mir noch gar nicht vorstellen konnte, irgendwann einmal diese Rolle zu bekleiden. Das war auch noch einfach. Doch irgendwann begann es kompliziert zu werden.
Mein eigener Kinderwunsch stellte sich ein. Erst ganz zart. Mein Motto war immer "Was kommt, das kommt...und was nicht kommt, kommt halt nicht". Damit konnte ich ganz gut leben. Denn schließlich bin ich niemals davon ausgegangen, irgendwelche Probleme zu bekommen. Das ging ein paar Jahre ganz gut. Doch die Anzahl der Mamis im Verhältnis zu den Nichtmamis um mich herum stieg enorm. Mein Kinderwunsch wuchs mit meinen Lebenjahren immer weiter an. Doch blieb ich Zaungast beim Mamiland. Ich wurde eine von den anderen.
Wie man sich dabei fühlt, ist schwer zu beschreiben. Und es ist ja auch von der Situation abhängig. Bei guten Freunden konnte ich mich stets mitfreuen und war niemals...wirklich niemals...neidisch. Ich habe mich über alle wachsenden Bäuche gefreut und auch später die kleinen Wesen bestaunt ohne im Hinterkopf zu haben "Warum die und nicht ich". So ein Typ bin ich wohl nicht. ABER, was ich ganz schlimm fand, war Ausgrenzung. Es tat unheimlich weh, wenn jemand sagte, "Du hast ja keine Ahnung, wie das ist", oder wenn jemand sagte, "Das kannst du nicht nachvollziehen". Klar konnte ich das nicht nachvollziehen und hatte keine Ahnung. Aber muss man, um Anteil zu nehmen, immer schon einmal alles erlebt haben? Kann man nicht trotzdem MITfühlen wenn z.B. eine angehende Mama erzählt, sie habe Angst um Kind oder Partner? Tut es nicht manchmal sogar gut, eine "unparteiische" Meinung zu hören? Scheinbar nicht, denn oft tragen die Bewohner des Mamilandes allzugerne Scheuklappen und akzeptieren Zaungastmeinungen nicht wirklich...oder lächeln gar nur müde über einen, denn man hat ja überhaupt keine Ahnung.
So blieb ich viele Jahre Zaungast. Regte mich über Filme auf, in denen Frauen nach einer Affaire ungewollt schwanger wurden oder las in der Zeitung von Kindesmisshandlungen. Sah in der Fussgängerzone HartzVI-Mamis rauchend den Kinderwagen schieben oder regte mich über Schwangere auf, die über Kleinigkeiten jammerten weil sie z.B. nicht mehr joggen gehen konnten. Trotz all dem freute ich mich, wenn gute Freunde schwanger wurden und war froh, daran etwas teilnehmen zu dürfen.
Irgendwann trat ich vom Zaun zurück und fragte mich, was das alles soll. Warum gibt es immer die und die? Es gibt doch in allen Bereichen solche und solche... Schwanger oder nicht schwanger...Mutter oder nicht Mutter...krank oder gesund...reich oder arm...Männlein oder Weiblein... Yin und Yang...und irgendwo dazwischen gibt es mich. Mit Standardkategorien hatte ich schon immer meine Probleme, denn es gibt nicht nur schwarz und weiß, dazwischen ist unheimlich viel grau.
Ich entfernte mich immer weiter vom Zaun, bis ich schließlich bereit war, mich auf ein Leben ohne Kind einzulassen. Ich sage jetzt nicht, dass ich ein Leben ohne Kind gelebt habe. Nein, davon war ich weit entfernt. Doch wollte ich den Gedanken zulassen. Mein letzter Wunsch auf dem Kinderwunschweg war es, nur noch einmal einen Transfer zu schaffen. Nur noch einmal mich auf alles voll und ganz einzulassen. Auch wenn um mich herum alle schon abgewunken haben, ICH brauchte diesen Transfer. Mir war bewusst, dass sich damit von nun an mein Leben ändern würde. Die Richtung kannte ich noch nicht, aber ich wusste, dass sich etwas bewegt. Ich war bereit in beide Richtungen zu laufen. Als mir nach dem Transfer diese Vorstellung so real wurde, habe ich hemmungslos weinen müssen.
So...und nun? Nun bin ich wieder eine von den anderen und bin genauso unsicher wie damals. Jetzt habe ich die Grenze passiert und sehe liebe Menschen über den Zaun blicken. Menschen, die jetzt "nur" Zaungast sind. Ich sehe, wie sie leiden und kann nichts tun. Ich freue mich für mich selbst, dass der Schlagbaum für mich aufgegangen ist. Aber es tut mir im Herzen weh, auf liebe Menschen zurückzublicken, die an der Grenze stehen bleiben. Was kann ich denn jetzt machen? Ich rede über Themen, die Nichtmamis nicht nachfühlen können. Ich spüre Hanni und Manni täglich in mir und weiß, dass sie das nicht nachvollziehen können.
Aber ich werde nicht den Fehler begehen, euch auszuschliessen. Ihr gehört genauso inzwischen zu meinem Leben, wie nun eben auch das Thema Schwangerschaft. Ich werde versuchen, euch teilhaben zu lassen. Ich werde versuchen, euch mitfühlen zu lassen, so gut es geht, wenn ihr das wollt. Ich werde weiterhin über meine Schwangerschaft bloggen. Ich werde auf eure Meinung zählen, auch wenn ihr nicht unmittelbar betroffen seid. Ich werde versuchen, die Zeichen zu deuten und wenn es zuviel für euch wird, einfach wertungsfrei meine Klappe halten. Das Leben hat mehr zu bieten als nur Kinder, Kinderwunsch und Schwangerschaft. Es gibt auch noch sonst viele Dinge, die einen verbinden können.
Liebe Grüße
Eure inzwischen ganz schön dicke Hanni
Sonntag, 26. Oktober 2014
Zwei Jahre ist es nun schon her...
... dass der kleine Floh gegangen ist. Irgendwann diese Woche habe ich auf den Kalender gesehen und plötzlich ist es mir ganz heiß geworden. Genau vor zwei Jahren an diesem Tag habe ich erfahren, dass sein kleines Herzchen niemals schlagen wird.
Es ist so viel passiert in der Zwischenzeit. Man sagt, die Zeit heilt die Wunden, doch Narben bleiben. Manche Momente im Leben und die Empfindungen dabei haben sich einfach festgebrannt. Vom großen Bruder mit dem Motorrad von der Schule abgeholt zu werden oder das erste Mal Salzwasser auf der Haut, unsere Hochzeit und der fette Streit kurz davor, der erste positive Schwangerschaftstest in meinem Leben... alles abrufbar gespeichert auf der Festplatte meines Lebens.
Doch dann stolpert man plötzlich wieder über eine Narbe auf der Seele. Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, scheinen im ersten Moment nur die schönen Dinge im Leben parat zu sein. Macht das Unterbewusstsein so etwas eigentlich von selbst, oder wird das irgendwie gesteuert? In den schwarzen Momenten meines Leben dachte ich nicht an Salzwasser und Hochzeit. Nein, da erinnerte ich mich nur an Leid und Schrecken. Nichts ging mehr...Das Leben war vorbei. Und damals vor zwei Jahren wollte ich sterben. Nichts hat mir das Leben wirklich lebenswert erscheinen lassen. Alles war nur ein tiefes schwarzes Loch.
Doch alles hat seine Zeit. Es gibt die Zeit des Trauerns und es gibt die Zeit der Freude. Das zieht sich durch das ganze Leben. Mal verliert man einen geliebten Menschen oder einen tierischen Begleiter und mal findet man einen Seelenverwandten. Mal glaubt man sich selbst zu verlieren und findet sich schließlich auf andere Weise selbst wieder. Verrückt? Nein... das ist das Leben. Es macht uns mit allen Ereignissen zu dem, was wir sind.
Ich glaube, dass es gerade diese Narben auf der Seele sind, die uns dazu bringen, sich selbst zu überdenken und vielleicht auch mal Antrieb sind, über sich selbst herauszuwachsen und neue Kraft zu finden. Würden wir an einem Ort leben, wo einem gebratene Tauben in den Mund fliegen und die Bäche aus Milch und Honig sind, wären wir arme Menschen und ziemlich schnell gelangweilt vom dortigen Nahrungsangebot. Ich will jetzt nicht sagen, dass man Leid erfahren MUSS, aber wenn es denn mal kommt... und das ist gewiss der Fall... dann braucht man davor keine Angst zu haben.
Ich möchte die Zeit nicht zurückdrehen. Nein...bestimmt nicht. Ich möchte damit nur sagen, dass auch schwarze Löcher irgendwann nicht mehr so schwarz sind und Narben irgendwann auch verblassen. Mein Floh hat seinen Platz in meinem Herzen gefunden.
Eure Hanni
Es ist so viel passiert in der Zwischenzeit. Man sagt, die Zeit heilt die Wunden, doch Narben bleiben. Manche Momente im Leben und die Empfindungen dabei haben sich einfach festgebrannt. Vom großen Bruder mit dem Motorrad von der Schule abgeholt zu werden oder das erste Mal Salzwasser auf der Haut, unsere Hochzeit und der fette Streit kurz davor, der erste positive Schwangerschaftstest in meinem Leben... alles abrufbar gespeichert auf der Festplatte meines Lebens.
Doch dann stolpert man plötzlich wieder über eine Narbe auf der Seele. Wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, scheinen im ersten Moment nur die schönen Dinge im Leben parat zu sein. Macht das Unterbewusstsein so etwas eigentlich von selbst, oder wird das irgendwie gesteuert? In den schwarzen Momenten meines Leben dachte ich nicht an Salzwasser und Hochzeit. Nein, da erinnerte ich mich nur an Leid und Schrecken. Nichts ging mehr...Das Leben war vorbei. Und damals vor zwei Jahren wollte ich sterben. Nichts hat mir das Leben wirklich lebenswert erscheinen lassen. Alles war nur ein tiefes schwarzes Loch.
Doch alles hat seine Zeit. Es gibt die Zeit des Trauerns und es gibt die Zeit der Freude. Das zieht sich durch das ganze Leben. Mal verliert man einen geliebten Menschen oder einen tierischen Begleiter und mal findet man einen Seelenverwandten. Mal glaubt man sich selbst zu verlieren und findet sich schließlich auf andere Weise selbst wieder. Verrückt? Nein... das ist das Leben. Es macht uns mit allen Ereignissen zu dem, was wir sind.
Ich glaube, dass es gerade diese Narben auf der Seele sind, die uns dazu bringen, sich selbst zu überdenken und vielleicht auch mal Antrieb sind, über sich selbst herauszuwachsen und neue Kraft zu finden. Würden wir an einem Ort leben, wo einem gebratene Tauben in den Mund fliegen und die Bäche aus Milch und Honig sind, wären wir arme Menschen und ziemlich schnell gelangweilt vom dortigen Nahrungsangebot. Ich will jetzt nicht sagen, dass man Leid erfahren MUSS, aber wenn es denn mal kommt... und das ist gewiss der Fall... dann braucht man davor keine Angst zu haben.
Ich möchte die Zeit nicht zurückdrehen. Nein...bestimmt nicht. Ich möchte damit nur sagen, dass auch schwarze Löcher irgendwann nicht mehr so schwarz sind und Narben irgendwann auch verblassen. Mein Floh hat seinen Platz in meinem Herzen gefunden.
Eure Hanni
Sonntag, 19. Oktober 2014
Da bin ich wieder...
.. und mir geht's besser.
Ganz wichtig für eine Beziehung ist: Miteinander reden! Und nicht etwas in den Partner hinein interpretieren.
Natürlich würde mein Mann uns niemals im Stich lassen. Ich glaube, es ist einfach die Angst, die da in mir schlummert, meine Selbständigkeit aufzugeben. Klar war mir immer bewusst, dass ich es anders nicht wollen würde. Aber so richtig greifbar war es ja nie. Doch nun rückt es immer näher. Ich werde nun erstmal Hausfrau. Habe künftig unendlich viel Zeit, probiere nur noch neue Rezepte mit meinem Thermomix aus, gehe täglich mit meinen Hausfrau-Freundinnen zum Kaffeeklatsch, verprasse das Geld meines Mannes und erziehe nebenbei zwei Kinder. Ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Nein quatsch... trotzdem ist es seltsam, wenn man seit über 20 Jahren finanziell auf eigenen Beinen stand...
Aber auch daran werde ich mich gewöhnen. Ich bin nunmal etwas träge, was Veränderungen angeht. Daher ist es gut, dass ich so langsam in meine neue Rolle reinwachsen kann. Ich freu mich drauf und wir werden das alles meistern. Wir! Mein Mann als Papa...ich als Mama... und die Kinder als äähh Kinder. Kurz gesagt, wir als Familie. Auch ein schöner Gedanke: Wir werden Familie. Genial, oder?
Was mein Bauchaua angeht, ist alles in Ordnung. Vermutlich hat Manni einfach nur nach unten ausgetreten. Mein Arzt ist mit meiner Schwangerschaft hochzufrieden. Alles ist gut. Kein Druck auf dem Muttermund, alles fest verschlossen. Nur etwas Eiweiß im Pipi und dicke Füße. Letzteres hat mich jetzt zwei Tage beschäftigt. Irgendwie wollten meine Knöchel nicht mehr zum Vorschein treten. Aber... wie soll es auch anders sein... Schonung hilft. Ja, die Hummeln-im-Popo-Hanni lag oft auf dem Sofa und hatte die Füße hochgelegt. Und welch Wunder, heute morgen hatte ich meine Knöchel wieder.
Meine zwei Königskinder sind inzwischen jeweils 500 gr "schwer" und zappeln munter in meinem Bauch herum. Das kann man sogar manchmal schon von außen spüren. Mami bringt inzwischen 12 !!!! Kilo mehr auf die Waage. Mein Bauch hat einen Umfang von 112 cm erreicht. Ich habe also meinen Mann schon überholt. Der Rest von mir sieht aber noch aus wie immer. Nur mittig ist es etwas mehr. Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Und wie geht es Euch so?
Liebe Grüße
Eure Hanni
Ganz wichtig für eine Beziehung ist: Miteinander reden! Und nicht etwas in den Partner hinein interpretieren.
Natürlich würde mein Mann uns niemals im Stich lassen. Ich glaube, es ist einfach die Angst, die da in mir schlummert, meine Selbständigkeit aufzugeben. Klar war mir immer bewusst, dass ich es anders nicht wollen würde. Aber so richtig greifbar war es ja nie. Doch nun rückt es immer näher. Ich werde nun erstmal Hausfrau. Habe künftig unendlich viel Zeit, probiere nur noch neue Rezepte mit meinem Thermomix aus, gehe täglich mit meinen Hausfrau-Freundinnen zum Kaffeeklatsch, verprasse das Geld meines Mannes und erziehe nebenbei zwei Kinder. Ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Nein quatsch... trotzdem ist es seltsam, wenn man seit über 20 Jahren finanziell auf eigenen Beinen stand...
Aber auch daran werde ich mich gewöhnen. Ich bin nunmal etwas träge, was Veränderungen angeht. Daher ist es gut, dass ich so langsam in meine neue Rolle reinwachsen kann. Ich freu mich drauf und wir werden das alles meistern. Wir! Mein Mann als Papa...ich als Mama... und die Kinder als äähh Kinder. Kurz gesagt, wir als Familie. Auch ein schöner Gedanke: Wir werden Familie. Genial, oder?
Was mein Bauchaua angeht, ist alles in Ordnung. Vermutlich hat Manni einfach nur nach unten ausgetreten. Mein Arzt ist mit meiner Schwangerschaft hochzufrieden. Alles ist gut. Kein Druck auf dem Muttermund, alles fest verschlossen. Nur etwas Eiweiß im Pipi und dicke Füße. Letzteres hat mich jetzt zwei Tage beschäftigt. Irgendwie wollten meine Knöchel nicht mehr zum Vorschein treten. Aber... wie soll es auch anders sein... Schonung hilft. Ja, die Hummeln-im-Popo-Hanni lag oft auf dem Sofa und hatte die Füße hochgelegt. Und welch Wunder, heute morgen hatte ich meine Knöchel wieder.
Meine zwei Königskinder sind inzwischen jeweils 500 gr "schwer" und zappeln munter in meinem Bauch herum. Das kann man sogar manchmal schon von außen spüren. Mami bringt inzwischen 12 !!!! Kilo mehr auf die Waage. Mein Bauch hat einen Umfang von 112 cm erreicht. Ich habe also meinen Mann schon überholt. Der Rest von mir sieht aber noch aus wie immer. Nur mittig ist es etwas mehr. Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Und wie geht es Euch so?
Liebe Grüße
Eure Hanni
Dienstag, 14. Oktober 2014
Was ist nur los mit mir?
Sind das tatsächlich nur die Hormone oder was ist los? Seit Tagen schwelt so eine Angst in mir. Schwer in Worte zu fassen.
"Packe ich das?" und vor allem "Packt mein Mann das?". Ich brauche meinen Mann an meiner Seite. Ist es jetzt zu hart, wenn ich sage "Ich verlange von meinem Mann, dass er den Versorger spielt"?Ich habe total die Panik, dass er in seinem ganzen Stress alles hinwirft. Überfordere ich ihn? Ich gebe meinen Job auf, dabei bin ich diejenige von uns, die immer gerne arbeiten geht. Ich bin diejenige, die schwer aus der Ruhe zu bringen ist. Er ist da eher das Gegenteil. Ich komme mir so schlecht vor, aber ich brauche die Sicherheit. Die Sicherheit, dass er für uns aufkommen kann. Das war für mich eigentlich immer ganz klar definiert. Doch jetzt ist er wieder an einem Punkt angelangt, an dem ihn der Stress auffrisst. Und ich bringe kein Verständnis dafür auf. Bin ich jetzt eine schlechte Frau für ihn? Meiner Meinung nach, hat er ein durchaus schlechtes Stressmanagement. Doch wenn ich versuche, Tipps zu geben, blockt er ab. Er spricht nicht wirklich mit mir, weil ich...vielleicht sind´s doch die Hormone... laufend heulen muss bei solchen Gesprächen. Er sagt ständig "Mach dir keine Sorgen".. mach ich aber trotzdem. Schließlich hängt hier auch meine Zukunft dran.
Es ist so, dass ich gewöhnt bin, mein eigenes Geld zu verdienen. Und mein Zahltag war immer ordentlich. Ich weiß gar nicht, warum ich so Angst davor habe. Es gibt schließlich Elterngeld. Vielleicht ist es auch so, dass ich einfach stolz auf meinen Mann sein will. Und Schwäche ist ja bekanntlich für mich schwer zu akzeptieren. Es tut mir einerseits weh, wenn ich sehe, wie er leidet. Anderseits komme ich nicht umhin zu denken, dass er ist schlichtweg faul ist. Zu faul, die Dinge anzupacken. Nein...er schwimmt lieber in seinem Selbstmitleid vor sich hin und das macht mich rasend.
Dazu kommt, dass ich seit Sonntag Schmerzen im Unterleib habe. Entweder ein Wachstumsschub oder...? Ich bemühe mich auch hier, nicht zu viel rein zu interpretieren. Aber ich liege nachts wach und weiß nicht, wie ich liegen soll. Entweder habe ich Herzrasen, Hüftschmerzen oder so ein starkes Stechen. Wenn man hierzu im Internet nachliest, verliert man ja schon beim Lesen seine Kinder. Alles gleich megadramatisch. Ist es aber bestimmt nicht. Ich habe morgen sowieso Termin beim Arzt, da wird hoffentlich Entwarnung gegeben.
Es ist jedenfalls grad alles schwer. Vor allem, weil mein Kopf es mir schwer macht. Ich weiß, dass viele solche Zukunftsängste hatten, irgendwann mal in ihrer Schwangerschaft. Mich trifft das gerade nur so plötzlich und unvorbereitet. Ich habe in Wirklichkeit gar keinen Grund zu klagen. Ich merke Hanni und Manni zappeln. Das sollte mich doch eigentlich beruhigen.
...Vielleicht sind´s doch nur die Hormone?
Eure Hanni
Montag, 6. Oktober 2014
Die erste der sieben Todsünden
Eitelkeit...
Achherrje, bin ich nicht dumm? Mir geht es so gut, dass ich mich fast schon wieder schlecht fühle. Meine Schwangerschaft verläuft bilderbuchmässig. Niemals hätte ich gedacht, dass ich so problemlos da durchmarschieren würde. Aber darf ich mir anmaßen, dies auch in vollen Zügen zu genießen?
Ich denke schon, dass ich es genießen darf. Wie es jede Frau genießen darf. Doch hinten im Kopf flüstert ganz leise eine Stimme: "Hanni, werde nicht eitel." Es kann von heute auf morgen mit der Leichtigkeit vorbei sein. Ich wünsche mir das nicht. Nein...auf keinen Fall. Ich sehe es als riesen Geschenk an. Ich bin unendlich dankbar dafür. Trotzdem traue ich mich manchmal nicht, diesen Genuss zuzulassen.
Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich am hellichten Tag einfach so mal meine Füsse hochlege. Ich habe das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, wenn ich eine halbe Stunde in der Sonne liege. Abgesehen davon gönne ich mir sowieso recht wenig Zeit für solch einen Luxus. Zu sehr hänge ich noch in meiner Arbeit. Aber warum bin ich so blöd? Warum entscheide ich mich in der Regel für den Schreibtisch und nicht fürs Sofa, wenn die Zeit dafür wäre?
Meine Kugel ist so hübsch. Am Samstag bin ich sogar beim Bäcker darauf angesprochen worden...von einer wildfremden Frau. Warum war mir das dann peinlich? Warum kann ich nicht uneingeschränkt stolz sein? Ich verstecke meinen Bauch nicht...ich zeige ihn. Und dann werde ich rot, wenn mich jemand darauf anspricht.
Vermutlich bräuchte ich mal einen Tritt in den Po. Ich weiß nicht, warum diese leise Stimme da hinten in meinem Kopf so blödes Zeug flüstert. Ich bin nicht für die vielen verlorenen Kinder dieser Welt verantwortlich. Mein Floh sitzt ja auch da oben. Hier kommt wohl wieder die kleine Hanni in mir zum Vorschein, die ich schon in der Pupertät nicht mochte. Die, die nie viel Selbstvertrauen hatte. Die, die ständig rot wurde. Dieses kleine Biest muss ich schleunigst wieder loswerden.
Liebe Grüße
Eure verwirrte Hanni
Sonntag, 28. September 2014
Werbung
Prinzipiell bin ich ja gegen Werbung auf meinem Blog. Hier geht es nicht um Kommerz sondern um Dinge, die mich bewegen. Und wann bewegt einen schon mal eine Werbung? Ach ja...ich erinnere mich an Ferrero mit "Was wäre Weihnachten ohne Kinder?". Aber damit habe ich damals meinen Frieden geschlossen.
Trotzdem möchte ich hier gerne auf etwas aufmerksam machen. Und zwar ein Kinderwunsch-Wochenende am Bodensee. Jetzt Achtung... da wird man nicht gleich schwanger, aber findet vielleicht neue Impulse, die einen leichter durch diese Zeit begleiten. Es spricht speziell Kinderwunsch-Paare an und wird von einer Mitarbeiterin eines Kinderwunschzentrums und einer Mentaltrainerin mit Zusatzqualifikation im Bereich Ganzheitliche Kinderwunschhilfe organisiert und geleitet. Beides ganz wunderbare Menschen, die mit viel persönlichem Engagement und Gefühl dieses Wochenende ausfüllen werden. Ich darf ja nicht hin, ich hab schon einen dicken Bauch. Vielleicht ist das was für Euch?
Jetzt zu den Fakten:
Wann?
Samstag, 06.12.2014 ab 10 Uhr bis Sonntag, 07.12.2014 gegen 15 Uhr
Wo?
78343 Gaienhofen/Horn... liegt am Arsch der Welt, aber ich war auch schon mal in dieser Gegend und ich muss sagen, es ist ein wunderschöner Arsch von dieser Welt, und der See hat um diese Jahreszeit einen ganz besonderen Zauber.
Was kostet´s?
150 Euro pro Person incl. Seminar, Übernachtung im DZ und Verpflegung
Falls ihr Interesse habt, vermittle ich gerne den Kontakt. Meldet euch einfach per Mail bei mir oder hinterlasst einen Kommentar. Ich find´s ne ganz schöne Idee, denn auf dem Kinderwunschweg begegnet man nicht nur Follikeln und Spermien, sondern muss sich auch mit jeder Menge Gefühlschaos auseinandersetzen. Und hierzu können neue Denkweisen nur bereichern.
Und wie geht's mir so?
Prima. Mein Bauch wächst munter vor sich hin und ab und an zappelt es in mir. Von Beschwerden kann ich nicht berichten. Das bisschen Sodbrennen, die dicken Füße und der Watschelgang sind einfach nur eine neue Erfahrung, aber "beschweren" tun mich diese Dinge nicht wirklich. Ich genieße jeden Tag. Es gibt Menschen, die fragen mich schon über Kindertagesstätten und Geburtspläne aus. ?? Ähm... so weit denke ich noch nicht. Die zwei sollen erst mal ordentlich wachsen und das sollen sie in meinem Bauch tun. Ob sie nun per Kaiserschnitt oder normal auf die Welt kommen... das entscheiden die Kinder vermutlich selbst. Aber bis dahin "fließt noch viel Wasser d´ Bach runter"...
Bis dahin
Eure dicke Hanni
und viele Grüße auch von Klein-Hanni und Manni
Samstag, 20. September 2014
Praktisches rund um die Schwangerschaft
An was man so alles denken muss...darf...sollte...während einer Schwangerschaft. Erstlingsausstattung, Kinderzimmereinrichtung, Kleider- und Windelgrößen usw. Es gibt in jeder App und jeder Zeitschrift Checklisten, die Erst-Mamas helfen, einen Einkaufszettel zu erstellen. Darauf möchte ich hier gar nicht eingehen. Da gibt es erfahrenere Frauen als mich, die hierbei helfen können. Was man aber gerne mal in diesem ganzen Einkaufsrausch vergisst, verdrängt, wie auch immer, ist eine klitze kleine Gefahr, die ganz böse enden kann.
Eine Scheideninfektion. Wie mein Arzt immer betont, ist das die häufigste Ursache für Frühgeburten. Meist ausgelöst durch Bakterien oder Pilze kann so eine Infektion über den Muttermund nach oben in die Fruchtblase wandern und auf Fruchtwasser und Kind übergehen.
Jetzt keine Panik. Nicht jede Infektion ist gleich tragisch. Das wird sie erst, wenn sie unentdeckt bleibt. Denn nicht immer geht sowas einher mit Jucken und Brennen und iiiiihhhpfui-Ausfluss. Ich benutze daher zur Intimreinigung schon seit langem Einmalwaschlappen. Nicht die bunten Frotteeteile von Oma. Kennt ihr die noch? Ich habe die mir als Kind immer vor die Augen gehalten, wenn Mama mir die Haare gewaschen hat, solange ich in der Badewanne mit Fichtennadelschaumbad gesessen bin. Unvergesslich. Jedenfalls sind die Dinger nicht zur Intimpflege geeignet. Im Allgemeinen gilt, da unten nach dem Pipi und so immer schön trocken tupfen und nicht wie wild von hinten nach vorne wischen. Aber das weiß man ja schon längst.
Bakterien mögen keine saure Umgebung. Daher ist unser Scheidenmilieu sauer. Verändert sich nun dieses Milieu, können sich Bakterien leichter vermehren und eine Entzündung auslösen. Unser Frauenarzt testet bei jeder Untersuchung den pH-Wert der Scheide mit einem Teststreifen. Ich gehe aber nur einmal im Monat zu ihm. Daher habe ich mir solche Testhandschuhe für zuhause besorgt. Zu Beginn meiner Schwangerschaft erinnerte ich mich, dass eine Freundin die schon bei ihrer letzten Schwangerschaft hatte. Wenn ich mich recht entsinne, hat sie die sogar von ihrer Krankenkasse geschenkt bekommen. Das gibt es bei meiner Kasse leider nicht. Ich hab mir die Dinger selbst gekauft. Sogar gleich im 50er Pack und mit einer Freundin geteilt, die auch gerade schwanger ist. So lassen sich die Kosten minimieren. Mein Arzt war ganz begeistert, dass ich wöchentlich zu Hause teste. Er meint, wenn der Wert irgendwann mal vom Normbereich abweichen sollte, brauche ich noch nicht in Panik zu geraten, sondern einfach anrufen und vorbeikommen. Dann kann rechtzeitig danach geschaut werden. Geht echt ganz einfach. An einem Finger von diesen Handschuhen befindet sich ein Testblättchen. Also Finger rein da unten und schon kann man an einer Farbscala den pH-Wert ablesen. Ich mache das jeden Montag. Ich sage nur: Einfach und effektiv.
Schade, dass sowas nicht auf jeder Checkliste oder jeder App für Schwangere steht.
Liebe Grüße
Eure Hanni
PS: Vor kurzem hat mich übrigens ein online-Magazin angeschrieben, ob ich ein paar Fragen zur Schwangerschaft und so beantworten möchte. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen...
http://familista.de/vonfuer-mamis/steckbrief-hanni/
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